Aus Linux-Magazin 12/2019

Notizen vom Cloud Foundry Summit 2019

Abby Kearns im Gespräch mit Craig McLuckie. © Cloud Foundry

Interessenten, Anwender und Partner von Cloud Foundry, einer entwicklerfreundlichen Platform-as-a-Service-Lösung, trafen sich Mitte September zu ihrer jährlichen Konferenz in Den Haag.

Manchen Marktkräften können selbst große Player kaum etwas entgegensetzen. Dazu gehört zum Beispiel das Streben von Kunden nach Vereinheitlichung und Vereinfachung, etwa mit dem Ziel, ein komplexes Produkt besser in den Griff zu bekommen. Im Zuge der Containerisierung hat dieses Streben seit längerer Zeit den Vormarsch von Kubernetes begünstigt und eine proprietäre Lösung nach der anderen zum Aufgeben gezwungen. Das betrifft zum Beispiel VMware gleich doppelt.

Zum einen integriert die ursprünglich von dem Unternehmen entwickelte PaaS-Lösung Cloud Foundry, die später an Pivotal überging, Kubernetes nun auf vielfältige Weise. Ihr mächtiges Lifecycle-Management-Tool Bosh rollt jetzt dank Kubo Kubernetes-Cluster aus, das Projekt Eirini ersetzt das originale Containerformat Garden durch Docker und den zugehörigen Containerorchestrierer Diego durch Kubernetes. Und schließlich paketiert das Projekt Quarks, das eben die Beta-Phase erreicht hat, die Cloud Foundry Application Runtime statt in virtuelle Maschinen in Containern, die unter Kubernetes laufen können.

Zum anderen schwenkt auch VMware selbst auf den Kubernetes-Pfad ein: Das Projekt Pacific verheiratet Kubernetes mit der vSphere-Technik des Konzerns, und das Projekt Tanzu entwickelt dafür eine zentrale Kontrollinstanz. Man darf gespannt sein, wie das alles zusammenpasst, wenn die Dell-EMC-Tochter VMware demnächst, wie schon angekündigt, das einstige Kind Pivotal wieder übernimmt. Die Mehrzahl der Mitspieler – darunter die IBM Cloud, Red Hat mit OpenShift oder Suse mit seiner CaaS-Platform – haben sich ebenfalls längst auf Kubernetes fokussiert. Daran führt kein Weg mehr vorbei.

Pivotals Schritte in diese Richtung waren auf dem Cloud Foundry Summit im letzten Jahr noch eine Ankündigung. In diesem Jahr nun hat der Zug Fahrt aufgenommen. Entsprechend unterstrich auch Abby Kearns, Executive Director der Cloud Foundry Foundation, die entscheidende Bedeutung dieses Schritts. Im Keynote-Interview mit ihr (siehe Aufmacherbild) betonte der ehemalige Kubernetes-Mitautor und heutige Vizepräsident Forschung und Entwicklung bei VMware, Craig McLuckie, die Integration von Kubernetes in Cloud Foundry werde für beide Communities “unglaublich starke Ergebnisse” bringen. Auch Kunden, die im Verlauf der Keynote zu Wort kamen, begrüßten die Zusammenarbeit – so auch Egon Steinkasserer, Chief Product Officer Enterprise Customers bei Swisscom, wo heute in einer geografisch verteilten Cloud-Foundry-Installation 30 000 Container mit missionskritischen Workloads laufen.

Auch jenseits der Keynotes an den beiden Konferenztagen griffen viele der knapp 100 Vorträge im Konferenzprogramm diese Themen auf. Hier reichte das Spektrum von Einführungen in die Cloud-Foundry-Mechanik bis zu technisch sehr anspruchsvollen Diskussionen. Daneben gab es wie in den Vorjahren wieder einen Ausstellungsbereich (Abbildung 2), den Pivotal und etliche Partner nutzten, um ihre neuesten Entwicklungen zu demonstrieren. Das World Forum in Den Haag erwies sich als gute Alternative zum Basler Congress Center der letzten Jahre.

Abbildung 2: Auch jenseits der Keynotes und Vorträge entspann sich ein lebhafter Austausch unter den Teilnehmern. Quelle: Cloud Foundry

Abbildung 2: Auch jenseits der Keynotes und Vorträge entspann sich ein lebhafter Austausch unter den Teilnehmern. Quelle: Cloud Foundry

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