Open Power Foundation bietet Power ISA kostenlos an

Das Instruction Set für die Power-Architektur wird kostenlos: IBM lizenziert die ISA ohne Gebühren und inklusive der Patentrechte. Zugleich schließt sich die Open Power Foundation der Linux Foundation an.

Von großen Neuigkeiten hatte Hugh Blemings, Chef der Open Power Foundation, bereits im Vorfeld gesprochen. Auf dem Open Power Summit North America, der zurzeit in San Diego stattfindet, kündigte die Open Power Foundation nun einschneidende Änderungen für sich selbst als Organisation und für die Power-Architektur an.

Die Foundation wird demnach Teil der Linux Foundation und verlässt damit zugleich die IEEE Isto, unter deren Dach sie sich seit 2013 befand. Die größere Nachricht betrifft aber die Lizenznehmer für die Power-Architektur: Die quelloffene Instruction Set Architecture zu nutzen, soll Lizenznehmer künftig nichts mehr kosten. Das schließt auch die damit verbundenen Patente ein.

Neben der ISA veröffentlicht IBM zudem Architektur-agnostische Referenzdesigns für Open Capi und das Open Memory Interface (OMI). Capi steht dabei für Coherent Accelerator Processor Interface, es handelt sich um eine Brücke, die Prozessoren mit Hardwarebeschleunigern verbindet.

Konkurrenz für Risc-V

Die Nachricht ist auch vor dem Hintergrund der Risc-V-Entwicklung interessant. Einige Beobachter vermuten, der Schritt sei eine Reaktion auf die wachsende Popularität von Risc-V, doch Blemings wiegelt gegenüber Techrepublic ab. Risc-V arbeite vielmehr komplementär zu Power. Andere sehen eher eine Konkurrenzsituation zu ARM entstehen, das seine IP-Cores bislang kostenpflichtig an Hersteller lizenziert.

Wie Risc-V und ARM setzt auch Power auf eine Risc-Architektur, bringt aber mehr Performance mit und läuft auf existierender und länger eingeführter Hardware. Allerdings gilt die Architektur als kompliziert zu implementieren. Den Vorwurf kennt auch die Open Power Foundation: Um ihn zu widerlegen, hat ein IBM-Ingenieur einen Softcore für die Power ISA entwickelt, der auf einem Xilinx FPGA läuft, “in ein paar Monaten, in Teilzeit”.

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