Theoretisch kann jeder Raucher morgen aufhören. Theoretisch kann man mit einem Tipp Lottomillionär werden. Theoretisch könnten Zeitreisen möglich sein. Praktisch wird nichts davon passieren. Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr. Theoretisch steht man vor dem Nichts, wenn man dem Lockruf in die Cloud gefolgt ist und der Provider plötzlich dicht macht.
Aber das passiert ja nicht. Unvorstellbar, dass Giganten wie Amazon, Google oder Microsoft die Segel streichen. O-Ton Microsoft: “Folglich wird Microsoft die Cloud-Dienste, die aktuell in der Microsoft Cloud Deutschland angeboten werden, Neukunden nicht mehr zur Verfügung stellen sowie keine neuen Dienste mehr bereitstellen.”
Ups. Dabei wurde die “Deutschlandcloud” doch erst 2016 mit einigem Tamtam eingeführt. Von einem “einzigartigen Daten-Treuhänder-Modell” war die Rede, das für ein Datenschutzniveau sorge “das die Anforderungen deutscher Unternehmen und vieler Kunden des öffentlichen Sektors erfüllt”. Die deutsche Telekom betrieb nämlich die Rechenzentren und Datennetze und man konnte Microsoft den Zugriff auf alle Speicherinhalte komplett verbieten. Wirtschaftlich allerdings entpuppte sich das Modell als Flop, und so zieht Microsoft nun die Reißleine. Natürlich versucht der Konzern aus Redmond seinen Rückzug etwas abzumildern: Bestandskunden dürfen noch eine Weile bleiben, wenn auch ohne Weiterentwicklung ihrer Services. Später werden Sie in die gewöhnliche Microsoft Cloud migrieren können, allerdings ohne das “einzigartige” Datenschutzmodell.
Was aber trotz allem bleibt, ist ein Präzedenzfall: Was sich nicht rechnet, wird eingestellt. Natürlich ohne die Kunden zu fragen. Ein großer und namhafter Cloudprovider exerziert es vor. Den Kunden bleibt keine Wahl, sie haben sich auf ein Versprechen hin einem Hersteller ausgeliefert, der am längeren Hebel sitzt.
Theoretisch ist der Kunde König.

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Deswegen habe ich mich schon lange von kommerziellen Diensten wie Dropbox oder Google-Drive verabschiedet und betrieb zunächst meine eigene Cloud (Own- bzw. Nextcloud) auf einem gemieteten Server. Seit mittlerweile einem Jahr habe ich mich dann auch vom gemieteten Server verabschiedet und habe meine Nextcloud auf eigener Hardware laufen, welche in einem Rechenzentrum (wegen der schnelleren Anbindung) steht. Denn das ich eines Tages alle meine Inhalte panisch downloaden muss oder sie gar verliere, war eine meiner größten Bedenken beim arbeiten mit Cloud-Lösungen. Daneben ging es mir natürlich auch um die Sicherheit und Privatsphäre meiner Daten, bei denen ich kein Vertrauen in… Mehr »