Valve verfolgt offenbar weiterhin das Ziel, Linux in eine Spieleplattform zu verwandeln. Um noch deutlich mehr als die 3000 bisherigen Spiele für Linux-Nutzer verfügbar zu machen, setzt Steam Play künftig verstärkt auf eine Wine-Modifikation namens Proton.
Im Juli 2018 lag die Zahl der Linux-Clients weiterhin im einstelligen Bereich. Valve, die Betreiber der Spieleplattform Steam, sehen hier offenbar Handlungsbedarf. Bereits in den letzten zwei Jahren habe sich die Spieleplattform Steam mit den verschiedenen Kompatibilitätsplattformen für Linux beschäftigt, heißt es in der Ankündigung und diese Werkzeuge in den Steam-Client integriert. Ziel sei es, den Linux-Nutzern des Steam-Clients Zugriff auf einen größeren Katalog an Spielen zu ermöglichen. Zugleich wolle man es Entwicklern einfacher machen, Linux als Plattform zu unterstützen.
In der Beta von Steam Play stecke daher eine modifizierte Wine-Version namens Proton, die Kompatibilität mit verschiedenen Windows-Spielen verspricht. Der Quellcode dazu ist auf Github zu finden, laut Ankündigung lässt sich Proton auch lokal bauen. Dank Proton betreiben Anwender Windows-Spiele ohne Linux-Support nun über den Steam-Client, mit nativer Unterstützung für Steamworks und Open VR. Die Directx-11- und -12-Implementierungen basieren auf Vulkan, was die Performance verbessern und die Spielekompatibilität erhöhen soll.
Besserer Hardware- und Multithreading-Support
Weiterhin haben die Steam-Entwickler den Vollbild-Support verbessert. Die native Monitor-Auflösung spielt nun keine Rolle mehr und ein virtueller Desktop ist für den Spielbetrieb nicht mehr nötig. Die Spiele erkennen nicht nur sämtliche von Steam unterstützten Controller automatisch sondern unterstützen dank Steam in der Regel noch mehr Geräte als ohne Steam, in der Originalversion. Nicht zuletzt hat sich die Performance von Multithreading im Vergleich zum unmodifizierten Wine deutlich verbessert.
Daneben testen die Steam-Macher Spiele auf ihre Kompatibilität mit der neuen Umgebungen und wollen Fehler beheben. Die Ankündigung enthält eine ganze Liste von Spielen, die ab der Beta neuerdings auch unter Linux funktionieren, darunter Ultimate Doom, Warhammer, Final Fantasy VI, Stalker: Shadow of Chernobyl, aber auch Google Earth VR. Testwillige können auch noch nicht freigegebene Spiele probieren und über Spiele abstimmen, die Steam Play freigeben sollte. Wer mehr zu den Änderungen erfahren möchte und wie sich diese lokal einpflegen lassen, findet im Valve-Post weitere Informationen und eine ausführliche FAQ-Sektion.





>Ziel sei es, den Linux-Nutzern des Steam-Clients Zugriff auf einen größeren Katalog an >Spielen zu ermöglichen. Zugleich wolle man es Entwicklern einfacher machen, Linux als >Plattform zu unterstützen.
Ich finde ja das Engagement von Valve bewundernswert und kann nur den Hut vor diesem Mut ziehen, aber den Entwicklern sozusagen die Portierung abzunehmen kann und sollte nicht der Weg sein. Die Softwareschmieden verdienen sich auch eine “goldene Nase” und sollten endlich native Versionen für unixoide Systeme erstellen und anbieten. Schließlich laufen die meisten Gameserver sowieso unter Linux.