GNU Privacy Guard (GnuPG) ist ein freies Kryptographiesystem, das Daten ver- und entschlüsseln und auch elektronischer Signaturen erzeugen kann. Nun ist darin eine Schachstelle offenbar geworden.
Das in GnuPG implementierte OpenPGP-Protokoll erlaubt es den Original-Dateinamen
in eine signierte oder versschlüsselte Nachricht zu schreiben. Während des Entschlüsselns und Verifizierens verwendet GnuPG diesen Dateinamen, um während der Ausführung verschiedene Statustinformationen anzuzeigen. Allerdings vergisst der Programm-Code hierbei den vom Anwender spezifizierten Dateinamen auf spezielle Zeichen zu überprüfen. Damit kann ein Angreifer auch Terminal-Kontrollzeichen in die Ausgabe einschleusen.
Kritisch ist hierbei, dass einige Programm sich auf die Statusmeldungen von GnuPG verlassen und sie entsprechend weiterverarbeiten. Diese Programme verwenden diese Statusmeldunden auch, um Informationen über die Gültigkeit von Signaturen zu beziehen. Letztlich kann der Angreifer hierüber dann unberechtigt eine Verifikation erzwingen.
Diese Sicherheitslücke wurde in Version 2.2.8 korrigiert. Anwendungen, welche
die GPGME-Bibliothek verwenden, sind nicht betroffen.
