Devuan 2.0 (ASCII), das Debian ohne Systemd, ist erschienen. Die Entwickler stellen neuerdings fünf Desktops zur Auswahl und bieten verschiedene Tools an, um die üblichen Systemd-Werkzeuge zu ersetzen.
Angekündigt hat das Projekt die neue Version in einem Blogpost. Zu den Desktops, die Devuan 2.0 während der Installation anbietet, gehören Xfce, KDE, Mate, Cinnamon und LXQT. Weitere Desktops lassen sich nachträglich installieren.
Die Desktop hängen dabei von Session Management Systemen ab, von denen ASCII zwei anbietet: Consolekit und Elogind. Nutzer müssen sich für eins entscheiden, wobei beide laut den Release Notes jeweils auf Policykit-1 zurückgreifen. Die Devuan-Macher empfehlen, Consolekit für Xfce und Mate in Kombination mit dem Login-Manager Slim zu verwenden. Für Cinnamon, KDE und LXQT sprechen sie sich für die Kombination aus Lightdm und Elogind aus.
Mit oder ohne Root
Der X-Server verlangt in Devuan 2.0 nicht länger nach Rootrechten, sondern lässt sich auch mit “xinit” oder “startx” aus einem Terminal starten. Voraussetzung dafür ist, dass der Anwender zuvor die Pakete “elogind” und “libpam-elogind” installiert hat. X.org verstaut sein Logfile in diesem Fall lokal unter “~/.local/share/xorg/”. Weil dieses System aber weiterhin Kernel Mode Setting braucht, funktioniert es womöglich nicht in bestimmten Virtualisierungslösungen. Wer X weiterhin mit Rootrechten betreiben möchte, installiert “xserver-xorg-legacy” und trägt in die “/etc/X11/Xwrapper.config” die Zeile “needs_root_rights=yes” ein.
Als weitere Neuerung kündigen die Macher die Inklusion hunderter Kommandozeilen-Tools und Helfer mit Textoberflächen an, um die Arbeit auf der Konsole zu vereinfachen. In diesem Kontext bieten die Devuan-Macher ein minimales Basissystem für Server an, wobei Installateuren die Wahl zwischen den Initsystemen Sys-V-Init und Open RC bleibt. Als Ersatz für Udev, das nun im Codezweig von Systemd steckt, bietet Devuan Eudev an. Entsprechende Übergangspakete (Transitional Packages) sollen den Wechsel von Udev auf Eudev transparent machen.
Geschmacksrichtungen
Wer Devuan 2.0 testen möchte, kann dafür eines der Live-Images (“desktop-live” oder “minimal-live”) für 32- und 64-Bit-Systeme testen. Beide nutzen automatisch unfreie Firmware-Pakete, etwa für proprietäre WLAN-Karten. Die Installations-Images bieten Non-Free-Firmware hingegen optional an. ISOs stehen unter http://files.devuan.org/devuan_ascii/ bereit.
Images von Devuan stehen dabei im “Embedded”-Bereich auch für verschiedene ARM-Architekturen und SoCs bereit: Raspberry Pi, Beagle Bone, Orange Pi, Banana Pi, Olinuxino, Cubieboard, Nokia sowie Motorola-Mobiltelefone und verschiedene Chromebooks. Auch für Virtualbox, Qemu und Vagrant warten ISOs (unter “Virtual”).



