Gerücht: Microsoft will Github kaufen

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Eine offizielle Bestätigung von Microsoft soll heute noch folgen: Laut Bloomberg will der Konzern Github kaufen. Man habe man sich bereits auf eine Kaufsumme verständigt.

Die Kaufsumme dürfte im Milliardenbereich liegen, die Gerüchteküche nennt 5 Milliarden US-Dollar. Das wäre nachvollziehbar, denn Github wurde bereits 2015 mit 2 Milliarden Euro bewertet. Im Laufe des Tages soll laut Bloomberg eine offizielle Ankündigung folgen. Eine PR-Vertreterin von Github schrieb dem Linux-Magazin jedoch, dass die Firma keinen Kommentar zu den Gerüchten abgebe.

Mit dem Schritt würde sich Microsoft in das aktuell größte Sammelbecken für Open-Source-Entwicklung einkaufen, denn Github hostet kostenlos zahllose Open-Source-Projekte. Für Microsoft ergibt das Sinn, unterstützt der Konzern doch seit ein paar Jahren die Open-Source-Entwicklung und Linux auf dem eigenen Betriebssystem. Diese Entwicklung geschieht nicht unbedingt aus neu entdeckter Liebe zu quelloffener Software. Vielmehr arbeiten die IT-Abteilungen vieler großer Unternehmen mittlerweile mit Linux und Open-Source-Software, Microsoft muss sich daher in diesem Umfeld platzieren.

Die Open-Source-Welt nimmt das Gerücht mit gemischten Gefühlen auf. Eine der humorvolleren Reaktionen kam von Reddit. Dort postete jemand ein Meme von Karl Klammer: “Whoops, it looks like you have some merge conflicts!” Auf Hackernews befürchten einige Nutzer längerfristig eine Politik der Umarmung, die auf eine Auslöschung führen könne. Die Sorge ist vermutlich übertrieben, stehen doch freie Alternativen zu Github bereit. In der Vergangenheit gab es immer mal wieder Quellcode-Migrationen, sei es weil Plattformen schlossen oder weil technisch modernere Systeme auf den Markt kamen.

Ein Neutralitätsverlust?

Allerdings könnte Github, das gerade sein 10-jähriges Jubiläum feiert, durch den Deal seine bislang vergleichsweise neutrale Stellung verlieren. Mit Microsoft würde künftig ein Unternehmen den Codeverwalter führen, das eigene Interessen in Sachen Software vertritt. Die gehen über das reine Hosten hinaus, Microsoft könnte zum Beispiel auf Github eigene Projekte bewerben und bevorzugen.

Zudem müssten sich Unternehmen, die geschlossene Bezahl-Repositories bei Github führen, überlegen, ob sie Microsoft potenziell Einblick in ihren Quellcode gewähren wollen. Daneben würde der Konzern langfristig über die Zukunft des Editors Atom und des Entwickler-Frameworks Electron bestimmen.

Unabhängig davon, ob es sich bei dem Deal um ein Gerücht handelt oder nicht, wirft er auch die Frage auf, ob nicht generell eine neutrale Instanz offenen und freien Quellcode verwalten sollte. Andernfalls geraten FOSS-Projekte immer wieder in die Situation, auf Änderungen am Markt reagieren zu müssen.

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