Die Konsolen-Hacker von Fail0verflow haben einmal mehr eine populäre Spielekonsole gehackt, um darauf ein Linux zu booten. Diesmal handelt es sich um die Nintendo Switch und der Hack funktioniert unabhängig von der Firmware.
Zu Bekanntheit gelangte die Hackergruppe unter anderem Anfang 2016, als sie Gentoo auf einer PS 4 startete. Der Hack liegt bereits eine Weile zurück, nun ging es einem neuen Gerät an den Kragen, der Nintento Switch. Ein kurzes Video auf Twitter zeigte zunächst einen selbst gemachten Vorspann der Gruppe, der auf einer Switch scrollt und auch ein paar Details zum Hack verrät. Zudem wurde letzte Woche ein weiteres Video veröffentlicht, auf dem ein Debian auf der Switch bootet.
Ziel solcher Hacks ist es meist, beliebige andere Software auf den Konsolen laufen zu lassen, bekannt auch als Homebrew. Auf der PS 4 lassen sich etwa die Spiele nutzen, die auch Steam unterstützt oder unter Linux benutzbare Emulatoren. Außerdem lässt sich per FTP auf die Konsole zugreifen und das Debugging aktivieren.
Schwer zu reparieren
Für den Nintendo-Hack hat die Gruppe nach eigenen Angaben einen Coldboot-Exploit entwickelt, der einen Bug im Boot-ROM für Nvidias Tegra-X1-SoC ausnutzt. Das bedeutet, dass sich der Bug unabhängig von der verwendeten Firmware verwenden lässt. Der Hack setzt keinen Modchip voraus und Nintendo kann die Lücke auch nicht einfach über ein Firmware-Update reparieren.
Potenziell können Interessenten also alle bereits ausgelieferten Switch-Konsolen modifizieren. Um das Leck zu stopfen, muss Nintendo zusammen mit Nvidia Änderungen an der noch nicht ausgelieferten Hardware vornehmen. Das ist ein Unterschied zum PS-4-Hack bei dem die Konsole mit einer bestimmten Firmware laufen musste.
Um den Bug in der Hardware zu beheben, müssen Nvidia und Nintendo ihn allerdings zunächst einmal finden. Fail0verflow hat nicht im Detail erklärt, wie die Gruppe den Fehler ausgenutzt hat. Auch im Rahmen des PS-4-Hacks hatte sie keinen Exploit geliefert. Zu groß scheint die Angst, durch die Hersteller juristisch verfolgt zu werden.




