Liebe Kolleginnen und Kollegen,
bitte beachten Sie die folgende Sicherheitsmeldung.
Betroffene Software:
Linux-Kernel >= 2.6.38
Linux-Kernel <= 4.14
Betroffene Plattformen:
GNU/Linux
Red Hat Fedora 26
Red Hat Fedora 27
Ein lokaler, nicht authentisierter Angreifer kann eine Schwachstelle im
Linux-Kernel ausnutzen, um die Integrität des betroffenen Systems zu
beeinträchtigen, seine Privilegien zu eskalieren oder einen
Denial-of-Service (DoS)-Zustand zu bewirken.
Die Schwachstelle steht im Zusammenhang mit dem unvollständigen Patch der
unter dem Namen 'Dirty COW' bekannt gewordenen Schwachstelle CVE-2016-5159,
ist aber weniger schwerwiegend. Trotzdem sollten verfügbare
Sicherheitsupdates aufgrund der zu erwartenden Popularität der Schwachstelle
und dem damit einhergehenden erhöhten Ausnutzungsrisiko zügig installiert
werden. Erste Proof-of-Concepts zur Ausnutzung der Schwachstelle sind
öffentlich verfügbar.
Für Fedora 26 und 27 stehen Backport-Sicherheitsupdates in Form der Pakete
'kernel-4.13.16-202.fc26' bzw. 'kernel-4.13.16-302.fc27' im Status 'stable'
zur Verfügung, mit denen auch eine Reihe weiterer Fehler mittels Backports
behoben werden.
Workaround:
Das Mapping zumindest der Zero-Page als Huge Page kann durch eine
Konfiguration im '/sys'-Verzeichnis unterbunden werden. Informationen dazu
finden sich in der Analyse "'Dirty COW' variant on transparent huge page"
von Red Hat im Reiter 'Resolve' (Referenz anbei). Red Hat stellt auch ein
Tool zur Detektion der Schwachstelle bereit (ebendort, Reiter 'Diagnose)'.
Patch:
Fedora Security Update FEDORA-2017-9ea11e444d (Fedora 26,
kernel-4.13.16-202.fc26)
https://bodhi.fedoraproject.org/updates/FEDORA-2017-9ea11e444d
Patch:
Fedora Security Update FEDORA-2017-b0c1f44130 (Fedora 27,
kernel-4.13.16-302.fc27)
https://bodhi.fedoraproject.org/updates/FEDORA-2017-b0c1f44130
CVE-2017-1000405: Schwachstelle in Linux-Kernel ermöglicht u.a.
Beeinträchtigung der Systemintegrität
Im Linux-Kernel in den Versionen 2.6.38 bis 4.14 existiert eine
Schwachstelle aufgrund der problematischen Verwendung der Methode
‘pmd_mkdirty’ innerhalb der ‘touch_pmd’-Funktion der THP (Transparent Huge
Pages) Implementierung. Die ‘touch_pmd’-Funktion kann über die Methode
‘get_user_pages’ erreicht werden. In einem solchen Fall wird das PMD (Page
Medium Directory) ‘schmutzig’ (dirty). Dieses Szenario verletzt die neue
‘can_follow_write_pmd’-Logik und erlaubt die Verschmutzung des PMDs ohne
dass ein COW (Copy-On-Write) Zyklus durchlaufen werden muss, da zwischen
‘touch_pmd’ und ‘can_follow_write_pmd’ eine Wettlaufsituation (Race
Condition) existiert. Die Schwachstelle besteht aufgrund eines
unvollständigen Fixes für die ursprüngliche ‘Dirty COW’-Schwachstelle
(CVE-2016-5195), ist aber nicht so schwerwiegend, da eine ‘ext4’-Datei oder
jede andere beliebige, reguläre Datei nicht mittels THP gemappt werden kann.
Allerdings erlaubt die Schwachstelle das Überschreiben eigentlich
schreibgeschützter ‘Huge Pages’. Als Beispiel können die ‘Zero Huge Page’
und die geschützten ‘shmem’-Dateien überschrieben werden.
Referenzen:
Dieses Advisory finden Sie auch im DFN-CERT Portal unter:
https://portal.cert.dfn.de/adv/DFN-CERT-2017-2184/
Schwachstelle CVE-2017-1000405 (NVD):
http://web.nvd.nist.gov/view/vuln/detail?vulnId=CVE-2017-1000405
Fedora Security Update FEDORA-2017-9ea11e444d (Fedora 26,
kernel-4.13.16-202.fc26):
https://bodhi.fedoraproject.org/updates/FEDORA-2017-9ea11e444d
Fedora Security Update FEDORA-2017-b0c1f44130 (Fedora 27,
kernel-4.13.16-302.fc27):
https://bodhi.fedoraproject.org/updates/FEDORA-2017-b0c1f44130
Red Hat Analyse: ‘Dirty COW’ variant on transparent huge pages –
CVE-2017-1000405:
https://access.redhat.com/security/vulnerabilities/3253921
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