CommunityOne: MySQL mit Open-Source-Kurswechsel

Auf der Entwicklerkonferenz CommunityOne erklärte MySQL-Chef Mårten Mickos, dass MySQL alle Quellen der Datenbank mit Zusatzsoftware und Backup-Tools freigeben will – zumindest vorerst.

Im Rahmen der derzeit stattfindenden Hausmesse von Sun in San Francisco gab Mickos die aktuellen Pläne für die freie Datenbank bekannt. Hiernach sollen die Quellen aller wesentlichen Softwareprodukte vollständig als Open Source freigegeben werden. Wie bisher zählen hierzu MySQL Server, die Konnektoren und die Storage-Engines. Neu hinzugekommen ist die in Entwicklung befindliche Backup-Funktionalität für die kommende Version MySQL 6.0 mit dem dazugehörigen Treiber namens MyISAM, ebenso wie die Verschlüsselung und Komprimierungs-Tools. Wie MySQL-Vizepräsident Kai Arnö auf der MySQL-Webseite schreibt, stellt letzteres einen Richtungswechsel in den strategischen Überlegungen des Datenbankherstellers dar. Laut Arnö ist die Entscheidung zu dem Kursschwenk der Akquisition durch Sun Microsystems Anfang des Jahres zu verdanken: “Unsere ursprünglichen Pläne wurden für ein Unternehmen gemacht, dass einen Börsengang plant, sie machen aber im Zusammenhang von Sun weniger Sinn”, schreibt Arnö.

MySQL hatte im August 2007 den Zugang zum Quellcode des Enterprise Servers eingeschränkt (Linux-Magazin Online berichtete). Die Quellen wurden auf enterprise.mysql.com verschoben und somit nur noch für zahlende Kunden zugänglich. Es gab weitere Überlegungen, welche Softwarebestandteile außerdem auf die Plattform für Unternehmenskunden eingeschränkt werden sollten. In seinem Eintrag verspricht Arnö, dass Code, Schnittstellen und Datenformate von MySQL offen sind und bleiben sollen. Allerdings bedeute dies keine grundsätzliche Abkehr vom Geschäftsmodell, nach dem auch künftig sowohl freie wie auch kommerzielle Zusatzprodukte erlaubt bleiben. In welcher Form dies geschehen soll, ist noch nicht endgültig klar. Arnö bezieht sich auf die Aussage von Mårten Mickos und schreibt: “Rechnet damit, dass Sun/MySQL weiterhin mit dem Geschäftsmodell experimentieren wird, und damit, was der Community angeboten und was nur-kommerziell angeboten wird.”

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