Open-Source-Produkte brauchen mehr Werbung, Kundenorientierung, Förderung im Mittelstand und bessere rechtliche Rahmenbedingungen. Das ergab eine Online-Umfrage des Open Source Business Foundation e.V. (OSBF) mit 1.300 Teilnehmern.
Jeder Teilnehmer sollte aus 19 möglichen Herausforderungen der Open-Source-Branche für das kommende Jahr die fünf für ihn passenden markieren. An der Umfrage, die der Verein Open Source Business Foundation (OSVB) auf seinen Webseiten durchführte, sollten sich Mitglieder, Interessierte, Anwender und Entwickler beteiligen, zumindest war so die Zielgruppe definiert (Linux-Magazin Online berichtete).
Aus den Ergebnissen hat der Netzwerkverein vier Herausforderungen für das Jahr 2008 abstrahiert, für die er sich einsetzen will. Erstens müsse die Relevanz von Open-Source-Produkten für den geschäftlichen Einsatz deutlich in Erscheinung treten. Zweitens solle jemand aus einzelnen Open-Source-Produkten mehr leistungsfähige Kundenlösungen entwickeln. Drittens seien die politischen Rahmenbedingungen für den Einsatz von Open Source zu verbessern. Und viertens brauche insbesondere der Mittelstand beim Einsatz von quelloffener Software Förderung.
Im Einzelnen erhielten folgende zwei Thesen den meisten Zuspruch mit jeweils 24 Prozent: Der geschäftliche Interessierte müsse die internen Support-Kosten einer kostenlosen Download-Version realistisch mit dem Business-Nutzen gegenrechnen können. Außerdem sollte für den Mittelstand der Wert einer kommerziell eingesetzten Open-Source-Lösung erkennbar sein. Am wenigsten Zuspruch erhielten mit jeweils sechs Prozent die zwei Thesen, dass Open Source zur Unterstützung von Geschäftsprozessen zurücktreten solle, sowie dass freie Lizenzen durch Patente ausgehöhlt würden. Die anderen Fragen und Zustimmungsraten sind online einsehbar.
Der OSBF hat zur Zeit 120 Mitglieder. Er ist Ende 2007 aus dem 2006 gegründeten Linux Business Campus Nürnberg e.V. hervorgegangen. Der OSBF vergibt jährlich den mit 50.000 Euro dotierten Open Source Business Award und engagiert sich in mehreren Projekten. Den Award für 2007 verlieh der Verein erst vor wenigen Tagen an die Firma Rapid-I für ihren quelloffenen Datenspürhund Rapidminer.



