Der Softwarehersteller Adobe Systems veröffentlicht den Quellcode seiner Remoting- und Messaging-Technologien im Rahmen eines neuen neuen Open-Source-Projekt mit Namen BlazeDS.
Bislang waren die Technologien von BlazeDS ein Teil der Adobe LiveCycle Data Services ES, nun sollen diese unter die Lesser General Public License (LGPL v3) kommen. Mit BlazeDS verspricht der Hersteller schnellere Entwicklungszeiten für umfangreiche Internet-Anwendungen, so genannte Rich Internet Applications (RIA). Insbesondere sollen verteilte Daten aus dem Backend mit Adobes Entwicklerwerkzeug Flex und Adobe Integrated Runtime (AIR) verbunden werden. Dank dieser Technologie mit Echtzeitfunktionalität sollen speicherfressende RIA wesentlich schneller reagieren und bessere Antwortzeiten liefern. Als Anwendungsbeispiele nennt der Hersteller Live-Hilfe, geführte Self-Service-Anwendungen oder die Überwachung der Systemleistung. Außerdem sollen mittels BlazeDS so genannte Rich Clients an bestehende Server-Applikationen angebunden werden, beispielsweise Java- und Adobe ColdFusion-Komponenten.
“Dadurch, dass wir diese Technologien zusammen mit der AMF-Spezifikation der Open Source-Gemeinschaft zur Verfügung stellen, werden diese für andere Nicht-Java-Backends erschlossen”, so David Mendels, bei Adobe zuständig für die Business Productivity Unit. Das Unternehmen erhofft sich von der Freigabe des Quellcodes, dass die Produktentwicklung schneller vorangetrieben wird. Hierzu beitragen sollen eine öffentliche Fehlerdatenbank, eine Feature-Wunschliste und ein Community-Voting. Adobe plant für externe Entwickler einen so genannten Committer-Status, wodurch diese ebenfalls Code zum Quelltext-Bestand hinzufügen können.
Zusammen mit der Spezifikation des Action Message Format (AMF) Protokolls kann BlazeDS ab sofort als Public Beta auf der Webseite der Adobe Labs heruntergeladen werden. Über die Community Edition des hauseigenen Supportprogramms Adobe LiveCycle Data Services will Adobe zusätzlichen Online-Support, Produktgarantie und zusätzlichen Entwicklersupport anbieten; für Unternehmen ist die kommerzielle Version ES gedacht mit zusätzlichen Funktionen wie beispielsweise Client-Server-Datensynchronisation oder Offline-Datenmanagement-Dienste für AIR-Applikationen und RIA-PDF-Erstellung. Anfang 2008 soll die finale Version veröffentlicht werden, dann will Adobe auch Preise für die kommerziellen Supportangebote veröffentlichen.
Im Juni veröffentlichte Adobe Flex und Air in der Betaversion (Linux-Magazin Online berichtete), nun stehen auch hiervon neue Public-Beta-Versionen zur Verfügung.



