Das Software Freedom Law Center hat im Namen der Busybox-Maintainer Klage gegen Verizon erhoben. Das ist bereits die vierte Klage gegen die widerrechtliche Nutzung der Toolsammlung Busybox.
Der amerikanische Internetdienstanbieter Verizon Communications mit Sitz in New York vertreibt einen WLAN-Router, der die Busybox enthält. Weil Busybox unter der General Public Licence Version 2 (GPLv2) steht, muss die Firma den Quellcode der von ihr vertriebenen Busybox offenlegen. Den Router stellt die kalifornische Firma Actiontec nach den Vorgaben von Verizon her. Auf Anfragen des Software Freedom Law Centers (SFLC) ging Verizon nicht ein. Am sechsten Dezember reichte der GPL-Rechtsvertreter nun Klage bei einem Amtsgericht in New York ein.
Als Kläger treten Erik Andersen und Rob Landley auf, zwei der Hauptmaintainer von Busybox. Laut der Mitteilung des Law Centers ist das schon die vierte Klage gegen zuwiderrechtlich vertriebene Busybox-Einbauten. Die anderen beklagten Firmen waren Monsoon Multimedia, ein Anbieter digitaler Video-Formate, High Gain Antennas, die Antennen vertreiben, und Xterasys, Hersteller von Netzwerktechnik. Die Klageschrift gegen Verizon stellt das SFLC zur öffentlichen Einsicht online (PDF, 72 KByte).
Das GPL-Projekt Busybox hat zur Zeit rund 20 Entwickler. Ziel ist, die kleinste und einfachste Implementation der Standard-Kommandozeilentools von Linux zu bieten: Eine ausführbare Datei erfüllt viele Funktionen, zum Beispiel cp, cat, init und mount. Damit wird vor allem Platz gespart. Die Ersatzprogramme haben nicht die volle Funktionalität wie die Originale, Busybox kann aber nach Belieben angepasst werden. Damit eignet sich die Toolbox gut für embedded Systeme, aber auch Projekte und Distributoren nutzen sie zum Beispiel für Live-Systeme.
Auf seinen Webseiten geht das Projekt ausführlich auf die Bedingungen der proprietären Nutzung seines Produkts ein und nennt auch ein Positivbeispiel: So vertreibt Linksys, ein Unternehmensbereich von Cisco für Router und VoIP, Busybox als Teil seiner Router-Software und legt den Quellcode offen.



