IBM hat unter dem Namen "Blue Cloud" Pläne für einen eigenen Vernetzungsdienst für IT-Infrastrukturen vorgestellt.
Der Begriff Cloud Computing beschreibt ein System, in dem die IT-Dienste innerhalb eines Unternehmens ähnlich strukturiert und genutzt werden wie das Internet. Analog hierzu sollen Rechenzentren als verteilte und weltweit zugängliche Ressource organisiert werden. Folgend IBMs Konzept werden große IT-Systeme miteinander verbunden und stellen als Pool IT-Dienste bereit, die flexibel auf wechselnde Lasten und Anforderungen reagieren sollen.
Laut IBMs Erklärung basiert Blue Cloud dabei auf Open-Source-Software und nutzt offene Standards. Als Virtualisierungslösungen sollen Xen und PowerVM-virtualisierte Linux-Betriebssystem-Images zum Einsatz kommen. Das hauseigene Software-Management-Produkt Tivoli soll dabei die Verwaltung der Server übernehmen. Eine zusätzlich integrierte Softwarelösung soll Arbeitslasten über verschiedene Server dynamisch verteilen und Ressourcen automatisch angepassen. Das Konzept für die Infrastruktur von Blue Cloud stammt von IBMs Forschungszentrum Almaden Research und resultiert laut Hersteller aus umfangreichen Erfahrungen mit Projekten in hochskalierten Umgebungen.
Als Partner hat IBM das Vietnamesische Forschungsministerium (Ministry of Science and Technology MoST) gewonnen, wo in einem Pilotprojekt die Cloud-Computing-Infrastruktur eingesetzt wird. Die ersten Blue-Cloud-Angebote sollen im Frühjahr 2008 verfügbar sein, vorerst für IBM-Blade-Center mit Power- und x86-Architekturen. Ein Angebot für ein System-Z-Mainframe soll 2008 folgen, laut IBM mit einer “sehr großen” Zahl an virtuellen Systemen. Einen breiten Bedarf für Cloud-Computing glaubt IBM anhand der verstärkten Nutzung von service-orientierten Architekturen (SOA) und Web-2.0-Anwendungen auszumachen.
Der Linux-Distributor Red Hat und Online-Händler Amazon haben aktuell ein ähnliches Konzept im Betatest: Hier heißt das Projekt “Red Hat auf Amazon Elastic Computing Cloud”. Noch vor Jahresende sollen Unternehmen hier Rechnerkapazitäten mit Software als Service mieten können (Linux-Magazin Online berichtete). Ein Beispiel für einen informellen Zusammenschluss von Rechnern sind Projekte wie SETI@home.


