Ornithologen wissen: Die Elster trägt ihren Ruf als Diebin zu Unrecht. Der wahre Meisterkleptomane unter den Vögeln ist der Rabe. Mit ihm unter einem Dach zu leben, lohnt sich für jeden (Daten-)Hehler.
|
Inhalt |
|---|
|
78 | Nmap-Skripting Seit der Version 4.21 enthält Nmap die Scripting Engine NSE, 84 | Test: Limes MF Die Managed Firewall vom österreichischen Hersteller 90 | LPI-Workshop – Teil 17 Auch Profis kennen nicht alle Kommando-Optionen – sie wissen |
Tiere zu domestizieren hat Tradition. Schon Odin, im Hauptberuf nordgermanischer Gottkönig, hielt sich neben einem Pferd, Sleipnir, die beiden Wölfe Geri und Freki (“Gierig” und “Gefräßig”, [1]). Außerdem gehörten die Raben Hugin und Munin zu seinem Hausstand. Odin entsandte sie allmorgendlich in die Welt, um ihm abends zu berichten, was sich dort zugetragen hat – eine Art gefiederter Newsticker also. Während Hugin den flüchtigen Gedanken, das Hier und Jetzt repräsentiert, steht Munin für Gedächtnis und Erinnerung. Ein idealer Name für eine Software, die Systemdaten sammelt, aufbereitet und archiviert.
Munin [2] besteht aus zwei Komponenten, einem Server und mehreren Nodes. Die Software auf den Nodes sammelt Daten über ihren (!) Host und die darauf installierten Dienste. In Intervallen holt der Server die Daten ab und bereitet sie mit Hilfe von RRD Tool zu aussagekräftigen Grafiken wie in Abbildung 1 auf.

Abbildung 1: Der Munin-Server holt die auf den Nodes gesammelten Systemdaten ab und bastelt daraus mit Hilfe von RRD Tool übersichtliche Monitoring-Daten.
Des Vogels Setup
Für den Server sieht die Konfiguration in »/etc/munin/munin.conf« so aus:
dbdir /var/lib/munin
htmldir /var/www/munin
logdir /var/log/munin
rundir /var/run/munin
[gw.kuehnast.com]
address 192.168.0.127
In dem Mini-Beispiel gibt es nur einen Node, »gw.kuehnast.com«. Auf dem Node ist die Konfiguration etwas ausführlicher, die vorgefundenen Einstellungen sind jedoch sinnvoll. Ich ändere nur die User- und Group-Einstellungen:
user root group root setsid yes
Auf jeden Fall muss es dem Server mit »allow ^192.168.0.42$« erlaubt sein, auf den Munin-Port 4949 zuzugreifen. Und woher weiß Munin, über welche Dienste und Systemzustände er Daten sammeln soll? In dieser Hinsicht hält es die Software ganz mit ihrem geflügelten Vorbild: Sie berichtet über alles, was in der Welt – zumindest auf ihren Nodes – vor sich geht.
Bevor ich jetzt meine Haustiere mit Fell und Flossen füttern gehe, empfehle ich die mit vielen Beispielen gespickte Munin-FAQ [3]. (jk)
|
Infos |
|---|
|
[1] Gut zu wissen, wenn man schnell Namen für Meerschweinchen-Nachwuchs braucht. [2] Munin: [http://munin.projects.linpro.no] [3] Munin-FAQ: [http://munin.projects.linpro.no/wiki/faq] |






