OpenBSD 4.2 erscheint am 1. November

Das freie Betriebssystem OpenBSD soll pünktlich im Halbjahrestakt am 1. November erscheinen, der CD-Vorverkauf läuft bereits.

Traditionell richtet das freie Projekt besonderes Augenmerk auf die Sicherheit und verweist auf der Projektseite auf nur zwei Remote-Sicherheitslücken in zehn Jahren Entwicklungszeit. Zu den zahlreichen Hardware-Plattformen, auf denen das System bereits läuft, wie x86, Mac, AMD64 und Zaurus kündigen die Entwickler für die neuen Version verbesserte Unterstützung für Suns UltraSparcIII-basierte Server an.

Die Entwickler haben sich diesmal besonders um eine verbesserte Performance des Systems bemüht. Hierzu wurde der Netzwerk-Stack vollkommen überarbeitet, und dabei auch der OpenBSD-Paketfilter Pf verbessert. Zu den weiteren Neuerungen zählt die Unterstützung für das Dateisystem FFS2. FFS2 beruht auf dem alten FFS (Berkeley Fast Filesystem) und ist in den Schwester-Betriebssystemen FreeBSD und NetBSD schon seit einiger Zeit enthalten. Mit der Umschaltung auf FFS2 sollen grössere Dateien und Partitionen im TeraByte-Bereich noch besser angesprochen werden. Auch die mitgelieferte Software wird auf den aktuellen Stand gebracht, in diesem Fall gehören dazu unter anderem OpenSSH 4.7, Gnome 2.18, KDE 3.5.7 und Koffice 1.6.3, OpenOffice.org 2.2.1, Mozilla Firefox 2.0.0.6, PostgreSQL 8.2.4 und X.org 7.2.

Das Projekt verbindet die Veröffentlichung seiner Software regelmäßig mit einer politischen Botschaft an die Entwicklergemeinschaft und verpackt diese in Cartoons und Lieder rund um ihr Wappentier, den Kugelfisch Puffy. Auch dieses Mal sparen die Entwickler nicht mit Kritik nicht nur an Konzernen wie Microsoft und Sun, sondern auch an den freien Betriebssystemen Linux und FreeBSD. In dem aktuellen Comic entreißt der Linux-Pinguin in einem Unterwasser-Marathon dem hilfreichen Kugelfisch die Landkarte und schwimmt davon. Das OpenBSD-Team erklärt die symbolische Darstellung auf der Songtextseite: “Anstatt uns als Freunde zu sehen, die gemeinschaftlich die Codebasis für alle verbessern, werden wir als Feinde betrachtet, die sich gegen die GPL auflehnen.” Als Urheber für die Feindschaft zwischen den freien Entwicklern sehen die OpenBSD-Leute die Free Software Foundation FSF und ihren “juristischen Arm”, das Software Freedom Law Center SFLC.

Zu den Zwistigkeiten unter den freien Systemen gehörte in den letzten Monaten beispielsweise ein Aufruf des FreeBSD-Projektleiters. Er hatte die Veröffentlichung der GPLv3 zum Anlass genommen, gegen Linux Werbung zu machen (Linux-Magazin Online berichtete). Die OpenBSD-Entwickler hatten bereits im Song zu OpenBSD 4.1 Kritik an Linux-Entwicklern geübt. Nach Meinung der OpenBSD-Macher sollten sich Programmierer beim Entwicklungsmarathon im kritischen Denken üben: “Das Rennen muss gelaufen werden, für uns selbst, nicht für andere.”

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