Hersteller von Embedded-Systemen nutzen immer öfter Linux als Betriebssystem der Wahl und dieser Trend hält an, prophezeien die Marktforscher der Venture Development Corporation (VDC).
Laut einer aktuellen VDC-Umfrage ist Linux derzeit die führende Plattform bei Embedded-Systemen. 40 Prozent der Entwickler nutzen in laufenden Projekten Linux als Betriebssystem, 39 Prozent wählen ein kommerzielles System, 7 Prozent setzen auf eine Inhouse-Entwicklung und 11 Prozent geben an, kein echtes Betriebssystem einzusetzen. Und in der Zukunft geht es für Linux weiter steil bergauf: Auf die Frage, für welches Betriebssystem sie in ihrem nächsten Projekt planen, sagten 87 Prozent der Embedded-Techniker, dass sie sich für Linux entscheiden wollen, nur noch 12 Prozent würden ein kommerzielles System wählen, und gerade mal ein Prozent will weiter auf Eigengewächse setzen.
Die Marktforscher unterschieden in ihrer Befragung zudem zwischen den freien Linux-Distributionen und Kaufversionen und schlüsseln ihre Zahlen weiter auf: Die aktuell 40 Prozent der Linux-Projekte setzen sich zusammen aus freien, kostenlos verfügbaren Linux-Varianten (29 Prozent) und bezahlten Linux-Systemen (11 Prozent). Auch der Trend zum freien System soll sich laut Umfrageergebnis fortsetzen: Die künftig 87 Prozent Linux-Nutzer bestehen aus 71 Prozent, die eine freie Distribution wählen würden, 16 Prozent wollen für ihr Linux zahlen. Damit stellt sich für die Analysten von VDC die Frage, wie sich die zunehmende Verbreitung von Linux auf die kommerziellen Anbieter auswirken wird. “Die Hauptherausforderung für kommerzielle Anbieter ist, wie sie tatsächlichen Mehrwert schaffen wollen, bei einem Betriebssystem, das frei verfügbar ist, ständig verbessert wird und zunehmend von Embedded-System-Herstellern unterstützt wird” so Matt Volckmann, VDC-Analyst. Zwar bezahlt die Mehrzahl der Entwickler nicht für ihr Linux, jedoch sieht VDC kommerzielle Anbieter wie MontaVista als Motor für Neuentwicklungen.
Laut den VDC-Analysten sprechen eine Reihe von Gründen für Linux als Betriebssystem der Wahl der Embedded-Entwickler. VDC nennt die fehlenden Lizenzgebühren, gute Netzwerk-Merkmale und technische Leistungsfähigkeit sowie eine große Anzahl Entwickler, die mit Linux vertraut sind. “Linux hat sich als geeignet erwiesen für ein breites Anwendungsspektrum, quer durch die Branchen,” sagt Volckmann, und weiter: “Linux wird weiter Marktanteile gewinnen, obwohl es für bestimmte Embedded-Applikationen nicht optimal ist.” Als Zukunftsmarkt für die nächsten Jahre sieht VDC den Einsatz in Mobiltelefonen. Hier wird Linux schnell zum Betriebssystem der Wahl sowohl bei Herstellern wie Telekommunikationsanbietern. Nach Meinung des Marktforschers liefern diese sich derzeit ein Rennen, wer den umfassendsten Linux-basierten Standard liefern wird.
Kürzlich hatte der Prozessor-Hersteller ARM ein eigenes System für den Mobileinsatz angekündigt (wir berichteten), und Wettbewerber Intel verfolgt ein ähnliches Ziel gemeinsam mit Canonical.



