Entlassungen bei Mandriva

Kurz nachdem Mandriva eine finanzielle Spritze in Millionenhöhe seitens einer Investmentfirma bekommen hat, entlässt der französische Distributor mindestens vier Mitarbeiter – darunter auch den deutschen Mandriva-Community-Manager Wolfgang "Wobo" Bornath.

Neben Bornath, der bereits seit Bestehen des französischen Unternehmens für die deutschen Übersetzungen aller offiziellen Mandriva-Verlautbarungen zuständig war, müssen Giuseppe Ghibo, Per Karlsen sowie Oden Eriksson das Unternehmen zum Monatsende verlassen. Offenbar steht der Personalabbau in engem Zusammenhang mit einer geplanten Kapitalaufstockung des chronisch klammen Distributors um 3 Millionen Euro. Zwei Drittel der Summe kommt von der Investmentgesellschaft Occam Capital, die dafür zwei Sitze im Mandriva-Vorstand erhalten soll.

Occam Capital hatte als Bedingung für den Deal eine Ausgabenreduzierung verlangt, die einer der Betroffenen, Per Karlsen, im Forum des Mandriva-Clubs so kommentiert: “Die Entlassungen haben die neuen Investoren gefordert, um im Vorfeld des Investments die Kosten zu reduzieren. Mandriva hatte also keine große Wahl. Trotzdem bezweifle ich, dass Mandriva die Entlassungen vernünftig abgewickelt oder auch nur gut entschieden hat, wer gehen muss.”

“Ich weiß nicht, wie es mit MandrivaUser.de weitergeht, der von mir 2003 initiierten Plattform, die mittlerweile als offizieller Ersatz für ein deutsches Club-Forum fungiert.”, schreibt Wolfgang Bornath in einem Posting. Viele Freiwillige aus der Community zögen mittlerweile ernsthaft in Erwägung, ihre Mitarbeit einzustellen. “Ich werde meine Präsenz künftig auf die deutsche Mandriva-Community beschränken – die lasse ich nicht im Stich.”, verspricht Bornath aber, und meint das auch ganz konkret: So präsentiert er beispielsweise die Website MandrivaUser.de auf einem eigenen Stand auf dem LinuxTag in Berlin (Halle 12, Stand 20).

Wie Wolfgang Bornath in einer kurzen Stellungnahme zum Thema wissen ließ, verlässt einer der fest angestellten Entwickler, Lenny Cartier, ebenfalls zum Monatsende Mandriva, wobei aber bislang unklar ist, ob das aus eigenem Willen geschieht oder nicht. Cartier war seit fast acht Jahren für Mandriva tätig und hinterlässt nach eigenen Worten “Tausende von Softwarepaketen, die weiter gepflegt werden müssen”. Wer Cartiers Aufgaben künftig übernehmen soll, steht noch nicht fest.

Die Gerüchteküche will indes wissen, dass es bei den bisher bekannt gewordenen vier Entlassungen bei Mandriva nicht bleiben wird. Allerdings wüssten selbst die Mitarbeiter des Distributors nicht genau, wie viele und welche Stellen durch die Einsparungen gekappt würden.

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