Freies Smartphone Librem 5 erreicht Crowdfunding-Ziel

Purism hat das eher niedrig gesteckte Funding-Ziel für das freie Smartphone Librem 5 erreicht. Ob jemals Android Apps auf dem Gerät laufen werden, ist aber fraglich.

Einfach war es nicht: Trotz des vergleichsweise geringen Funding-Ziels von 1,5 Millionen US-Dollar (Ubuntu wollte für sein Edge Smartphone 20 Mal so viel Geld einsammeln, 32 Millionen US-Dollar) dauerte es etwa sechseinhalb Wochen, um das Finanzierungsziel zu erreichen. Nun hat es aber geklappt und Purism kann sein Librem-5-Smartphone bauen. Dem Projekt bleiben sogar noch 13 weitere Tage, um Geld einzusammeln und einige Stretch Goals zu erreichen.

Es ist nicht der erste Versuch, ein Smartphone mit einem alternativem Betriebssystem auf den Markt zu bringen. Das erklärt vermutlich auch, warum Investoren recht zögerlich reagieren. Selbst kommerzielle Anbieter mit Kapital im Hintergrund tun sich schwer. Microsoft hat gerade Windows 10 Mobile beerdigt, Samsungs Tizen läuft auf bislang nur auf einigen Smartphones in Indien und auch Jollas Sailfish OS ist bislang kein Verkaufsschlager. Im Open-Source-Bereich hat Ubuntu sein hauseigenes Mobilsystem eingestampft, auch um Firefox OS ist es ruhig geworden.

Investoren sollen das Librem 5 im Januar 2019 erhalten (Quelle: puri.sm)

Investoren sollen das Librem 5 im Januar 2019 erhalten (Quelle: puri.sm)

Nun ist es nicht so, dass die Welt keine Alternative zu Android und iOS brauchen würde, sie scheint nur schwer umsetzbar. Purism wählt für Librem 5 von vornherein einen etwas radikaleren Ansatz: Das Smartphone soll keine Daten sammeln und verspricht den Nutzern Sicherheit und Verschlüsselung. Die Hardware ist selbst entwickelt und soll möglichst offen sein. Unfreie Firmware will das Projekt möglichst per Reverse Engineering nachträglich öffnen. Zudem arbeitet ein I-MX-6- oder -8-CPU auf dem Gerät, die auf binäre Blackboxes verzichtet. Auf dem Gerät soll als Betriebssystem Pure OS zum Einsatz kommen, kommuniziert werden soll unter anderem über das Ende-zu-Ende-verschlüsselte und dezentrale Matrix. Die Kamera, das Mikro, Wifi, Bluetooth und Baseband lassen sich per Hardware-Switch abschalten.

Ein Stretch Goal wäre laut FAQ der Support für Android Apps. Sollte man das Ziel von 10 Millionen US-Dollar erreichen, wäre der Plan, Android Apps in isolierten Containern laufen zu lassen. Das würde dem Smartphone sicherlich eine größere Zielgruppe bescheren, scheint aber im Hinblick auf die bisherige Funding-Entwicklung eher unrealistisch. Tatsächlich wäre wohl schon viel gewonnen, wenn die Investoren ab Januar 2019 ein Smartphone von Purism erhalten, dass die versprochenen Grundfunktionen möglichst fehlerfrei umsetzt.

E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Nach oben