Cloud Native Con + Kubecon Europe 2017: Alles im Pod

Gleich acht Keynotes servierte die heute am Berliner Alexanderplatz gestartete Cloud Native Con + Kubecon Europe ihren 1500 Besuchern. Im Mittelpunkt stand aber die Containerverwaltung Kubernetes, deren Macher die neue Version 1.6 ankündigten.

Die Cloud Native Computing Foundation (CNCF) blieb in den letzten zwei Jahren nicht untätig. 2015 gegründet, hat sie laut ihrem Chef Dan Cohn mittlerweile 81 Mitglieder und es werden ständig mehr. Cohn hielt die erste Keynote auf der Cloud Native Con + Kubecon Europe, die heute gut besucht (um nicht zu sagen leicht überfüllt) im BCC Berlin am Alexanderplatz startete.

Dell/EMC ist als neues Mitglied an Bord der CNCF, auch die Docker-Runtime Containerd will mitmischen. Nicht zuletzt kündigte Core-OS-CTO Brandon Philips in seiner Keynote an, dass auch Neuzugang Rkt in der CNCF seine Interoperabilität mit OCI (Open Container Intitiative) und Kubernetes ausbauen möchte.

Kubernetes 1.6

Im Mittelpunkt der Keynotes auf der Cloud Native Con + Kubecon Europe 2017 stand allerdings Kubernetes 1.6, das gestern Nacht veröffentlicht wurde. Erstmals übernahm nicht Google, sondern Core OS die Release. Dafür stellte Aparna Sinha von Google die neue Version in ihrer Keynote vor. Zu den Highlights gehört, dass sie die Arbeit für unterschiedliche Teams und verschiedene Workloads erleichtert. Das demonstrierte die leitende Produktmanagerin von Kubernetes live vor einem umfangreichen Publikum.

Übe Controlled Scheduling lässt sich bestimmen, welche Pods mit welchen Nodes kooperieren. So legen die Macher beispielsweise fest, dass bestimmte Pods nur auf schnellem Speicher laufen (SSDs) oder dass festgelegte Nodes nur bestimmte Workloads abarbeiten. Das sei wichtig für Multicluster, der Code dafür stamme unter anderem von Red Hat, IBM, Huawai und Google selbst.

Dank der ebenfalls nue eingeführten Role Based Access Controll lassen sich bestimmte Dienste zugleich bestimmten Teams zuordnen. Team Red sieht dann nur die für sie bestimmten Dienste und Pods, Team Green die für sie bestimmten. Es gibt aber natürlich die Möglichkeit, einem Team Ansichtsrechte für die Pods eines anderen Teams zu geben. Zudem zeigte Sinha, wie sich Speicher dynamisch oder manuell über Yaml-Files allozieren lässt. Es genügt, wenn der Admin die Menge an Speicher angibt, die er haben möchte, Kubernetes kümmert sich dann um den Rest.

Pods im Spiel

Wer sich nun fragt, wer so ein Containermanagement-System eigentlich braucht (Stichwort: Overkill), dem boten die Macher der Veranstaltung auch gleich eine Antwort an. Bei den Deep-Learning-Forschern des Open-AI-Projekts, die ihren KI-Agents das Computerspielen beibringen (Linux-Magazin berichtete), kümmert sich ein kleines Team um die Infrastruktur. Vicki Cheung und Jonas Schneider berichteten, wie und warum sie mit Kubernetes die Spielumgebungen für ihre Agents bereitstellen.

Bei ihnen treten oft schwer vorhersagbare Lastspitzen auf, die abzufedern, ihnen ein Autoscaler hilft. Zusätzliche Workloads lagern sie notfalls über ein Provisioning API in die Cloud aus, die Zonen skalieren sie dynamisch je nach Anforderung. Ihnen gefalle vor allem das konsistente Benutzerinterface, das sich auch in die Cloud erstrecke, zudem zeigten sie sich vom Kube API angetan. Die Veranstaltung läuft noch bis einschließlich morgen.

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