Aus Linux-Magazin 01/2016

Susecon 2015 in Amsterdam

Wie der Open-Source-Spezialist Suse bekannt gibt, ist die Übrnahme des Unternehmens durch den Investor EQT nun abgeschlossen. EQT hatte Suse von Micro Focus übernommen.

Suse lud Anfang November zur Anwenderkonferenz Susecon nach Amsterdam und feierte so in Europa Premiere. Partner und Aussteller präsentierten ihre Lösungen und erstmals wohnten Finanzanalysten bei.

Die Beurs van Berlage ist ein zum Konferenzzentrum umfunktioniertes Gebäude der Amsterdamer Börse (Abbildung 2). in der Innenstadt. Der Finanzplatz entwickelte Symbolcharakter für die Konferenz. Nach der Übernahme des früheren Besitzers Attachmate Group durch die börsennotierte Micro Focus International begrüßte Suse erstmals Finanzanalysten bei der Susecon [1]. Den Anlageprofis und dem Publikum präsentierte Suse-CEO Nils Brauckmann bei der Keynote einen Überblick zur Firmenentwicklung. Alle Zahlen seien auf Wachstumskurs, so Brauckmann.

Wachstumskurs

Das Geschäftsjahr 2015 sei ein Rekordjahr gewesen, sagte Brauckmann, mit einem Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr, was die Erträge aus Rechnungsstellungen betrifft. Der CEO beschrieb das Wachstum, ohne konkrete Zahlen zu nennen, als homogen über alle Regionen und Geschäftsbereiche hinweg. Suse will dieses Wachstum auch für Reinvestitionen nutzen, das Budget für das Geschäftsjahr 2014 sei um 26 Prozent erhöht, sagte Brauckmann. Investieren will die Firma in alle Bereiche, neben der technischen Weiterentwicklung darf sich auch Keynote-Gesprächspartner Michael Miller (Abbildung 1) über einen um 50 Prozent erhöhten Marketingetat freuen. Die Zahl der Mitarbeiter soll um 20 Prozent wachsen.

Abbildung 1: Michael Miller moderierte die Keynote der Susecon.

Abbildung 1: Michael Miller moderierte die Keynote der Susecon.

Abbildung 2: Die Beurs van Berlage bot ein angenehmes Ambiente für die Konferenz.

Abbildung 2: Die Beurs van Berlage bot ein angenehmes Ambiente für die Konferenz.

Erstmals Open

Das Motto von Suse “Always Open” soll als Versprechen und Bekenntnis der Firma an Kunden und Community gelten. Fujitsu-Manager Chiseki Sagawa durfte für seinen Konzern erstmals die proprietäre Schiene verlassen und den Open Service Catalog Manager [2] als Premiere des Konzerns in Sachen Open-Source-Software vorstellen. Sagawa betonte, dass Fujitsu vom Erfolg der offenen Software überzeugt sei. Das Unternehmen habe seine Systeme komplett auf Open Stack umgestellt, berichtete er. Mit den wachsenden Anforderungen der Kunden an die Software in einer schnelllebigen Zeit könne ein einzelnes Unternehmen nicht mithalten, Open Source sei die Antwort auf diese anhaltenden und massiven Veränderungen, betonte der Manager.

Neue Technologie

Als eine Neuerung hat Suse seine auf dem Speichersystem Ceph aufbauende Enterprise Storage 2 [3] vorgestellt. Die Speicherlösung unterstützt in der Neuauflage heterogene Betriebssysteme. Das Kompatibilitäts-Update, das nun auch Windows-Systeme anbindet, ist über I-SCSI realisiert. Kunden könnten durch diese Option den Software-gesteuerten Speicherplatz kostengünstiger für ihre Umgebungen einsetzen.

In Entwicklung befindet sich laut den Suse-Entwicklern vor Ort die Kompatibilität von Suse Enterprise Storage für die 64-Bit-ARM-Technologie. Angeboten wird die Storage-Lösung im Rahmen der Suse Open Stack Cloud oder auch als Stand-alone-Lösung. Anbieter Thomas Krenn hat die Speicherlösung schon zur Messe in Hardware gegossen und demonstrierte das Gerät im Betrieb.

IBM zeigte im Ausstellungs- und Partner-Bereich (Abbildung 4) der Konferenz sein neues Linuxone-System (Abbildung 3, [4]) eine Kombination aus Hardware, Software und Services. In Amsterdam war ein System zu bewundern, das allerdings mehr als Anschauungsobjekt zu verstehen war – mit teilweise geöffneten Hardwarekomponenten.

Abbildung 3: IBM hatte sein Linuxone dabei, das aber zu Showzwecken aufgeschnitten war.

Abbildung 3: IBM hatte sein Linuxone dabei, das aber zu Showzwecken aufgeschnitten war.

Abbildung 4: Ausstellungsbereich bei der Susecon.

Abbildung 4: Ausstellungsbereich bei der Susecon.

Hybrides Open Suse

Mit der neuen Open-Suse-Version Leap [5] schlagen die Community-Entwickler erstmals einen neuen Weg ein und nutzen auch Quellen von Suse Linux Enterprise (SLE). Open Suse und Suse wollen so künftig in der Entwicklung näher zusammenrücken, auch in Sachen Kommunikation. Open Suse kann auf Quellen von SLE zugreifen, in der anderen Richtung funktioniert das ebenfalls, wenn gewünscht. Open-Suse-Chairman Richard Brown betonte bei der Susecon die Unabhängigkeit des Projekts. Suse-Entwicklungschef Ralf Flaxa bestätigte diese Freiheit. Die engere Zusammenarbeit sei auf Synergie ausgerichtet.

Abbildung 5: Holländische Spezialitäten, keine Cookies.

Abbildung 5: Holländische Spezialitäten, keine Cookies.

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