Einige Hersteller von Smartphones und Embedded-Geräten pflegen mit sehr hohem Aufwand komplett eigene Zweige des Linux-Kernels. Viele Entwickler würden das gern ändern, dem stehen aber Unternehmen entgegen, wie ein Sony-Entwickler berichtet.
Auf der Linuxcon Japan hat der Sony-Angestellte Tim Bird die Ergebnisse einer Umfrage vorgestellt, bei der er erfahren wollte, was Unternehmen davon abhält, zu dem sogenannten Mainline-Linux-Kernel beizutragen. Dabei wurde deutlich, dass die Firmen das in einigen Fälle schlicht nicht wollen.
So stimmten etwa 40 Prozent der Teilnehmenden der Aussage zu, dass die Arbeitgeber einfach nicht die Zeit für die notwendige Arbeit einräumen würden. Immerhin rund 20 Prozent der Befragten gaben an, dass das Management eine Zusammenarbeit mit der Upstream-Community gar ablehne. In der Befragung waren Mehrfachnennungen möglich.
Darüber hinaus gibt es aber auch einige organisatorische Schwierigkeiten, die von Beiträgen abhalten. So seien die von den Unternehmen eingesetzten Kernel-Versionen viel älter als aktuelle. Ebenso hänge der extern gepflegte Kernel-Code von weiteren Programmen ab, die ebenfalls nicht Upstream bereit stünden. Die Entwickler bemängeln aber auch zu große Hürden bei einer möglichen Kooperation mit der Upstream-Community.
Trotz dieser eher negativen Ergebnisse stellte Bird aber auch Erfreuliches vor. So halte es eine überwältigende Mehrheit von über 90 Prozent der Befragten für wichtig, Änderungen auch Upstream bereitzustellen. Fast genauso viele Programmierer würden dies auch gern aktiv umsetzen.
Einige der beschriebenen Probleme ergeben sich direkt aus der Arbeit der Hersteller, was Bird am Beispiel eines Gerätes von Sony demonstrierte. So unterscheide sich bereits der von Google veröffentlichte Android-Kernel mit über 1.000 Beiträgen deutlich vom Standard-Linux in Version 3.4.
Hinzu kämen dann noch Änderungen vieler anderer, wie etwa Sony selbst oder auch von Qualcomm. Letztere dienen wohl hauptsächlich der Unterstützung des verbauten SoC. Zusammengefasst belaufen sich die Änderungen auf knapp 2 Millionen Codezeilen, verteilt auf 26.000 Beiträge von rund 1.800 Einzelpersonen – für ein einzelnes Gerät. Diese Zahlen werden von anderen Herstellern teilweise noch übertroffen.
Dies führe oft dazu, dass etwa für neue Geräte wieder und wieder die gleichen Patches eingepflegt werden müssten. Außerdem würden dadurch sehr viele Ressourcen gebunden. Die damit einhergehenden Kosten könnten sich Unternehmen sparen. Besser sei es jedoch, damit weitere Arbeiten am Kernel umzusetzen.
Davon könnte letztlich die Qualität der Produkte profitieren. Schließlich biete die Zusammenarbeit eine bessere Möglichkeit für Feedback und Verbesserungen. Ebenso werde Mehrarbeit durch parallele Implementierungen vermieden. Wegen des reduzierten Aufwands könnten die Produkte auch noch schneller auf den Markt kommen.
Bird erklärte, dass dies oftmals sehr eigennützige Gründe seien, und auch weitere Argumente für die Kooperation mit der Upstream-Community sprächen. Zumindest aus Sicht der Unternehmer sollte sich diese Eigennützigkeit aber eigentlich auszahlen. (Sebastian Grüner/Golem.de)




und genau aus diesem Grund brauchen wir GPL oder ähnliche Infektiöse Lizenzen.Eben weil die Hersteller eigennützig handeln und ihren Code nicht veröffentlichen müssen wir sie dazu zwingen. Wir haben schlicht keine anderen/besseren Druckmittel als dass sie “unseren” Code verwenden wollen.Wer wirklich denkt der Markt würde das regeln, oder die Hersteller würden irgendwann selbst die Vorteile erkennen die OpenSource ihnen bietet, der kann gerne losziehen und sich jetzt ein brauchbares OpenSource-Telefon kaufen gehen das ohne Binärblob-Scheiß kommt.