Version 4.0 der Digital Audio Workstation Ardour hat umfangreiche Updates erhalten. Die betreffen das grafische Benutzerinterface, die Abhängigkeit vom Audioserver Jack und den Midi-Support.
So wurden laut den Release Notes große Teile der Benutzeroberfläche, fast alle Widgets, generalüberholt und nutzen nun mit Cairo auf ein modernes, plattformübergreifendes Grafiksystem. Auch das Theme-System haben die Entwickler überarbeitet, um die vom Programm verwendete Farbpalette einfacher zu ändern, was unter anderem die Hintergründe für die Wellenformen betrifft. Schriften sind besser skalierbar, die meisten Icon gibt es nun als Vektorgrafiken.
Die Ein- und Ausgaben für Audio und Midi hängen nicht länger vom Soundserver Jack ab. Als alternative Backends lassen sich nun auch Alsa (Linux), Asio (Windows) und Core Audio (OS X) verwenden. Für Testzwecke gibt es zudem ein Dummy-Backend. Die Backends lassen sich zudem bei laufendem Betrieb von Ardour auswechseln. Midi-User können ihre Tracks nun in die Soundcloud exportieren.
Viele Änderungen betreffen den Umgang mit Midi. So misst Ardour nun die Midi-Latenzen und kümmert sich um die Plugins mit Midi-Ausgabe. Audio- und Midi-Daten lassen sich nun für einen kompletten Track oder Bus mischen, das Midi-Signal wandert durch die komplette Prozessorkette. Über Bouncing Midi lassen sich zudem verschiedene Midi-Regionen indirekt kombinieren.
VST-Plugins scannt Ardour nicht mehr automatisch beim Start, da es hierbei in der Vergangenheit zu Abstürzen kam. Vielmehr stößt der User selbst diesen Prozess aus dem Programm heraus an. Nicht funktionierende Plugins landen auf einer schwarzen Liste.
Auch wichtig sind die zahlreichen kleinen Änderungen, die das Bearbeiten von Audiodateien erleichtern. So lässt sich zum Beispiel festlegen, welche Regionen Ardour nach einer Split-Operation auswählt. Über “sequence regions” lässt sich freier Platz zwischen Regionen automatisch entfernen. Im Ripple-Modus lassen sich Schnitte deutlich beschleunigen: Nach dem Verschieben oder Löschen passen sich Audioregionen automatisch an den Schnitt an. Das Feature ist ein Backport von Mixbus 3, eines kommerziellen Forks von Ardour.
Nicht zuletzt orientiert sich Ardour nun am Betriebssystem, wenn es um die Obergrenze an offenen Files geht, um Probleme beim Speichern großer Sessions zu verhindern. Zugleich wurde die Speichernutzung optimiert, leere Session brauchen bis zu 80 Prozent weniger Speicher, die Software startet schneller und arbeitet flüssiger. Der Quellcode lässt sich über den Downloadbereich herunterladen, weitere Infos liefert ein Blogeintrag auf Libregraphicsworld.org.




