Im Frühjahr 1998 veröffentlichte Daniel Stenberg die Kommandozeilensoftware Curl, den “Client for URLs”. Heute feiert das Projekt seinen 17. Geburtstag und Lead Developer Stenberg plaudert aus dem Nähkästchen.
In seinem Blog erinnert sich der Entwickler, der inzwischen für Mozilla arbeitet, an die Anfänge. Im Frühjahr 1998 hieß das Tool noch “urlget”, aufgrund der FTP-Upload-Funktion änderte Stenberg allerdings den Namen in Curl. In den 17 Jahren gab es 150 Curl-Releases, arbeiteten im Projekt 1200 Personen mit und erschienen mehr als 2600 Bugfixes.
Als Programmiersprache kommt nach wie vor C zum Einsatz, doch die Versionsverwaltung für die Software und auch die Lizenz haben sich über die Jahre geändert. Das Projekt erschien zunächst unter der GPL, wechselte dann zur MPL, um schließlich bei der MIT-Lizenz zu landen. Als Versionskontrolle kamen erst RCS, dann CVS und schließlich Git zum Zuge.
Curl unterstütze inzwischen zahllose Protokolle, schreibt Stenberg und gibt auch Einblicke in die Arbeitsweise eines freien Open-Source-Entwicklers. Er arbeite hauptsächlich in seiner Freizeit an dem Tool, an Wochenenden, in den Ferien und Nachts, wenn die Familie schlafe. Er versuche zudem, in seinen E-Mails nicht “alt und bitter” zu klingen, wenn er unfreundlichen Usern einmal mehr seine Software erklärt.
Befriedigung verschaffe ihm vor allem die Vorstellung, dass seine Software weltweit im Einsatz ist. Er schätzt grob und wahrscheinlich etwas zu optimistisch, dass bereits eine Milliarde Nutzer mit Curl in Kontakt gekommen sind. Er wolle weiter an dem Projekt arbeiten, es gebe aber keine großartigen Zukunftspläne. Curl werde einfach weiter das Ziel verfolgen, dateibasierte Internetübertragungen zu ermöglichen.




