Die Universität Saarland hat mittels dem frei zugänglichen Simulationsprogramm OpenSim ein Verfahren entwickelt, das naturgetreu zeigen soll, wie die Nutzung von modernen IT-Geräten auf Muskeln und Gelenke wirkt.
Für die Simulation erfassen die Forscher Bewegungen eines Probanden mit Kameras und übertragen sie auf ein Modell des menschlichen Körpers. Vorgestellt wird das Verfahren auf der Cebit in Hannover (Stand E13, Halle 9).
Dass die Arbeit am Rechner in verspannten Körperpartien münden kann, ist nichts neues. Die Erforschung von Arbeitsgeräten wie Touchscreens und Smartphones, die Gestensteuerung von Spielekonsolen ist dagegen noch ein junges Metier mit neuen Auswirkungen. Bei der Gestensteuerung von Spielekonsolen, so ein Ergebnis, seien Schultern oder Knie besonders stark belastet. Beim Bedienen von berührungsempfindlichen Bildschirme bleibe wiederum der Arm übermäßig lang gestreckt; Fachleute sprechen laut den Uni-Forschern deshalb bereits vom Phänomen des Gorilla-Arms.
Die Forscher hoffen, dass ihre Simulationsmethode bei Gerätedsignern zum Einsatz kommt. Sie haben etwa herausgefunden, dass Bewegungen von links nach rechts und von oben nach unten die Muskeln weniger beanspruchen als Vor-und-Zurück-Bewegungen. Eine im im unteren Bereich der Bildschirmmitte positionierte virtuelle Tastatur sei deshalb am schonendsten für den Anwender.
Das Simulations-Programm auf Basis von OpenSim berechne verschiedene Parameter, etwa die Winkel, in denen die Gelenke stehen, die Kräfte, die auf die Gelenke zu jedem Zeitpunkt der Bewegung wirken sowie die Aktivierung und die Erschöpfung der Muskeln. Weitere Informationen zur Studie mit Motion Tracking gibt es beim ebenfalls beteiligten Max Planck Institut.




