Auf der IT-Defense-Konferenz 2015 in Leipzig sprach Firewall-Pionier Bill Cheswick über Computersicherheit.
Das Motto des Vortrags war optimistisch: “Ich denke, wir können gewinnen”. Allerdings räumte Cheswick ein, dass er das wohl nicht erleben werde. Noch zu viele Fragen sind offen – lang war Cheswicks Aufzählung von Dingen, die seiner Meinung nach nicht funktionieren: Shared Libraries, PKI, Virtual Memory, selbst Firewalls, an deren Entwicklung er maßgeblich beteiligt war. Auch Cloud Computing ließ er nur für Anwendungen gelten, bei denen ein hohes Volumen geringen Sicherheitsanforderungen gegenübersteht, wie beim Videostreaming. Und auch Linux bekam sein Fett weg: “Das ist nicht mehr die Lösung, tut mit leid. Linux ist zu groß.”
Einen Ausweg sieht Cheswick stattdessen insbesondere in einfacheren, besser zu überwachenden und verlässlichen Rechnern und Software: “Small is better.” Einfachere Hardware (notfalls auch auf Kosten der Performance), sehr umsichtige Programmierung und persönliche Verantwortlichkeit für den Code, starke Typprüfung, Ende-zu-Ende-Kryptografie, formal verifizierbare Methoden – das seien die Erfolgsrezepte der Zukunft. Sie sollten zu Rechnern führen, wie seine Großmutter einen bräuchte: Bei denen man auf alles klicken und alles in den USB-Slot einstecken könnte, ohne dass der Rechner Schaden nähme.



