Suses Stephan Kulow hat in einem Vortrag auf der Fosdem in Brüssel die neuesten Änderungen rund um Open Suse, Tumbleweed und SLES vorgestellt. Eine wichtige Rolle wird da die freie Testsuite Open QA einnehmen. Die testet Distributionen und Software vollautomatisch, und zwar sowohl Suse als auch Fedora oder andere Anbieter.
Im Devroom “Distributions” auf der Fosdem im belgischen Brüssel hat Stephan Kulow interessante News rund um Suse bekanntgegeben und dabei ein wichtiges Tool vorgestelt. Es tut sich einiges in Nürnberg, vor allem strategisch: Schon am 4. November hat Opensuse:Factory die Rolling Release Tumbleweed abgelöst. Wie es sich für eine rolling Release gehört, bietet Factory nur tägliche Schnappschüsse (“daily snapshots”), keine nummerierten Ausgaben.
Zu viel Erfolg
Grund dafür war, so Kulow, schlicht “der große Erfolg”. Viel zu viel Sourcecode, aus zu vielen unterschiedlichen Quellen kam bei Suse an, er selbst habe bis zu 800 Paket-Submissions pro Woche erhalten, die dann in tausenden Changes und zahllosen Restarts, Tests, Fixes, und wiederum neuen Changes mündeten.
Dieses alte Modell habe bereits bei Open Suse 12.2 nicht mehr funktioniert, Kulow spricht vom “Kollaps des alten Modells”. Suse habe versucht, in 12.3 “mehr Leute auf das Problem zu werfen”, aber in 13.1 einen anderen Weg gewählt und lieber stark in Open QA investiert. Bereits in Open Suse 13.2 habe Factory dann Tumbleweed ersetzt.
SLES im OBS
Für noch mehr Aufsehen sorgte die Nachricht, dass Suse die Quellen des Suse Linux Enterprise Servers (SLES) im Open Build Service (OBS) veröffentlichen wird. Die Rechnerfarm des Build Service mit seinen bis zu 400 CPUs und Tools wie Open QA werden da weitere Qualitätsverbesserungen möglich machen. Ob Suse 13.3. dann als Hybrid aus SLE und Factory gedacht ist, wird derzeit bei Suse diskutiert – eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Factory wäre auf jeden Fall stets topaktuell und ist dank der täglichen, qualitätsgerprüften Releases bei Open Suse derzeit die stabilste Distribution, erklären Suse-Mitarbeiter auf der Fosdem.
Ringe und Staging
Auch das bereits auf dem Open Suse Summit in Thessaloniki vorgestellte neue Development-Modell mit vier Ringen und elf Staging-Projekten ist mittlerweile umgesetzt und integriert. Die daraus resultierenden Test-Builds gehen an den zentralen Server openqa.opensuse.org, der automatisch die zahlreichen Tests durchführt. Ein Video von einer erfolgreichen Suse-Installation, ausgeführt von Open QA findet sich hier.







