Qubes OS R2 erschienen

Das sichere Betriebssystem Qubes OS, das Anwendungen mit Hilfe virtueller Maschinen voneinander isoliert, ist in Version R2 erschienen.

Die Entwickler rund um die Rootkit-Expertin Joanna Rutkowska haben zahlreiche Probleme behoben und dem Betriebssystem einige neue Features spendiert. USB- und PCI-Geräte lassen sich nun zur Bootzeit verstecken, für “qvm-backup-restore” gibt es eine “verify-only”-Lösung. Über ein Autostart-Flag im Qubes-Manager lassen die Nutzer ausgewählte VMs automatisch booten, zudem reagiert der Manager nun besser auf Benutzerinteraktionen.

Der Standard-Dateimanager in einer App-VM erzeugt nun keine Vorschau von Dateien ungesicherter Herkunft mehr. Zugleich wurde die Zufallserzeugung innerhalb der VMs verbessert. Von regulären Ausdrücken erzeugte Strings durchlaufen eine weitere Sicherheitsprüfung, und LUKS-Volumes für Backups lassen sich nun einfacher mounten.

Nicht zuletzt stehen dem User ein paar Templates zur Auswahl. Fedora-Images lassen sich an eigene Bedürfnisse anpassen, empfehlen sich laut einem Blogeintrag jedoch eher für Experten. Wer alle Features von Qubes nutzen möchte, greift am besten zu den Debian-VM-Templates, die unter anderem Seamless-GUI-Virtualisierung erlauben, aber auch Clipboards und Kopiervorgänge absichern. Das Qubes-Projekt erhofft sich längerfristig eine Partnerschaft mit einer Linux-Distribution, die eine App-VM in ihre Testumgebung integriert.

Auch an anderen Stellen gibt es laut der offiziellen Ankündigung Neuerungen. So wird Caspar Bowden, ein Privacy-Advocat und vormaliger Microsoft-Berater in Fragen der Privatsphäre der neue Policy Adviser im Qubes-Projekt. Es gibt deutlich mehr Community-Beiträge, aus denen der verbesserte Backup-Support ebenso resultiert wie die Debian- und Arch-Templates, eine Tor-VM sowie ein Whonix-Port. Die neuen User helfen auch, Qubes zu testen, wobei viele der Fehler daraus resultieren, dass die Qubes Macher versuchen, möglichst leichtgewichtige VMs zu bauen, in denen dann die Anwendungen laufen. Microkernel seien laut Rutkowska allerdings auch nicht der Königsweg.

Qubes OS richtet sich an fortgeschrittene User, die sich ein sehr sicheres Betriebssystem wünschen. Es bekämpft unter anderem bekannte Probleme wie die USB-, GUI-, Netzwerk-Unsicherheiten, merkwürdige Rechtevergaben und triviale physikalische Probleme. Die nächste Version R3 soll laut der Ankündigung des Release Candidate dank des Odyssey-Frameworks einfacher zu handhaben sein, als die aktuelle Version.

Downloadmöglichkeiten für die R2 inklusive Signaturen sowie Installationsanleitungen finden interessierte Nutzer im Downloadbereich.

E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Nach oben