Open Source im professionellen Einsatz

Geode in Firefox 3.1: Mit Linux im Nirgendwo

13.10.2008

Über die W3C Geolocation Specification soll der Browser Firefox dank Geode einer Webseite zukünftig verraten, wo sich der Benutzer momentan befindet. Linux-Anwender müssen auf diesen Service verzichten, da es sich um proprietäre Software handelt.

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Die Mozilla Labs malen sich dabei folgendes Szenario aus: Der Firefox-Anwender ruft eine Webseite auf und die präsentiert ihm Restaurants, Läden und andere Attraktionen in der nahen Umgebung. Die Entwickler haben die Technologie bereits als Geode-Plugin in die aktuelle Beta-Version von Firefox 3.1 integriert. Sie basiert auf der proprietären Software einer Firma namens Skyhook.

Die sammelt die Mac-Adressen von Access Points in einer Stadt wie Berlin und legt sie in einer Datenbank ab. Da sich diese Mac-Adressen selten ändern, benutzt die XPS-Software von Skyhook diese (zusammen mit GPS-Daten und Daten von Handymasten), um die Position eines Anwenders zu bestimmen. Verbindet der sich per WLAN mit dem Internet, scannt die Software die MAC-Adressen der Access Points in der Umgebung, erkennt im Erfolgsfall die aktuelle Position des Benutzers und gibt diese an eine anfragende Webseite weiter. Anwender können die Datenbank darüber hinaus auch in Eigenregie mit ihren Positions- und Access-Point-Daten füttern.

Die gesammelten Daten landen in der WiFi-Datenbank von Skyhook, die für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist: "Beim Entwickeln dieser Referenz-Datensammlung, die einen Haupt-Aktivposten an geistigem Eigentum ausmacht, haben wir eine Menge Zeit und Geld investiert.", heißt es auf der Webseite. Das scheint auch der Grund zu sein, warum das Feature unter Linux nicht funktioniert: Die Bibliotheken von Skyhook gibt es nicht für Linux und es ist fraglich, ob sie in Zukunft unter dem freien Betriebssystem laufen.

Einige Fragen wirft die Entwicklung jedenfalls auf: Warum will Firefox möglicherweise ein Produkt integrieren, dass die Offenheit der Software in Frage stellt? Befindet sich der Browser nach dem Streit um die Integration der EULA nun auf dem Weg zu einer proprietären Software? Aber noch wichtiger: Wollen Firefox-Nutzer, egal auf welcher Plattform, beliebigen Webseiten ihren genauen Aufenthaltsort verraten? Bei der von Skyhook angegebenen Genauigkeit von zehn oder zwanzig Metern läuft das bei Hausbesitzern quasi auf die Weitergabe der Privatadresse hinaus.

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