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Kenia: Abschied von unlizenzierten Microsoft-Produkten

In Kenia zeigen die Behörden keine Nachsicht mehr mit Internetcafe-Betreibern, die unlizenzierte Software einsetzen. Manche sind dadurch auf Open Source als Alternative aufmerksam geworden.

Ein Artikel auf dem afrikanischen Nachrichten-Portal Business Daily berichtet von Internetcafés in Kenia, denen das gesetzlichen kenianische Urheberschutzgremium zunehmend mit Strafen für Software-Piraterie droht. Der Autor des Artikels sprach mit einem Internetcafe-Besitzer in Nairobi, der seine Rechner nur notgedrungen mit Open-Source-Software ausgestattet hat. "Erst war ich zögerlich", zitiert der Artikel den Nairobianer. "Aber nach meiner jetzigen Erfahrung wünsche ich, ich hätte schon viel früher Open Source eingesetzt. Es hat mich rein gar nichts gekostet."


			In Kenia nutzen die meisten Internetcafes Microsoft-Produkte, und die meisten ohne Lizenz.

In Kenia nutzen die meisten Internetcafes Microsoft-Produkte, und die meisten ohne Lizenz. Zusammen mit dem staatlichen Kenya Copyright Board geht Microsoft dagegen vor. Foto: Aboutpixel.de/Alex

Microsoft war an ihn herangetreten und hatte durchgesetzt, dass er seine Betriebssysteme (Windows 2000) legalisiert. Jedoch verweigerte Microsoft eine Lizenz für Windows 2000, heißt es in dem Artikel, weil der Konzern nicht verkaufen wolle, wofür er keinen Support gewähre. Der Artikel berichtet, dass Microsoft von dem Kenianer den Upgrade auf Windows XP gefordert habe, damit er eine legale Lizenz erwerben konnte. Weil dem Mann XP nicht zugesagt habe und er die Internetgebühren stark hätte anheben müssen, um die Kosten wieder hereinzubekommen, habe er sich schließlich kostenfreier Open-Source-Software zugewendet.

Der Artikel von Okkutah Mark berichtet, dass in Kenia die meisten Internetcafes nicht lizenzierte Microsoft-Software benutzen. Das staatliche Urheberrechts-Gremium veranlasste im November Durchsuchungen von Internetcafes, die zur Beschlagnahmung von 50 Rechnern mit unlizenzierten MS-Office-Versionen führten, daneben von kopierten Windows-Installations-CDs. Die Geschäftsinhaber besorgen sich nun notgedrungen Microsoft-Lizenzen und erhöhen ihre Preise - oder sie weichen auf kostenfreie Open-Source-Lösungen aus. Eine kenianische Open-Source-Programmierergruppe namens Skunkworks bemühe sich laut dem Verfasser des Artikels nun darum, freie Software unter den Internetcafe-Besitzern populärer zu machen.

Das Kenya Copyright Board ist dafür verantwortlich, das kenianische Urheberrecht-Gesetz (Copyright Act, 2001) durchzusetzen, das 2003 inkraft getreten ist und in klassischer Weise die Rechte etwa von Autoren, Komponisten oder Programmierern an ihren Werken schützt. Das Board, so ist einer Rede des kenianischen Generalstaatsanwalts Amos S. Wako von April 2007 zu entnehmen, arbeitet hierzu zum Beispiel mit der Musikindustrie zusammen und mit Hauptakteuren aus anderen Bereichen, zum Beispiel mit Microsoft. Das Unternehmen Microsoft, dass sich nun in Afrika gegen illegal genutzte Software engagiert, gab im Jahr 2005 den Anteil illegal genutzter Software mit 80 Prozent an.

(Anika Kehrer)
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