Der Chiphersteller Via Technologies hat das Referenz-Design für sein neues Mini-Laptop Openbook unter der Creative Commons-Lizenz (CC) veröffentlicht.
Auf einer eigens dafür eingerichteten Webseite stellt der taiwanische Hersteller die Designvorlagen inklusive CAD-Zeichnungen zur Verfügung. Mit den Entwürfen für das Openbook sollen Computerhersteller schnell in der Lage sein, niedrigpreisige Notebooks auf den Markt zu bringen. Insbesondere kleinere Unternehmen und Startups könnten mit Hilfe der technischen Vorlagen die Kosten für Entwürfe dramatisch verringern. Das Referenzdesign basiert auf Vias energiesparendem C7-M-Microprozessor, und Via setzt hiermit seine Mini-Notebook-Strategie fort. Wie Richard Brown, Marketing-Vizepräsident bei Via erklärt, baut das Openbook auf dem letztjährigen Via Nanobook auf. Mit dem Referenzdesign will das Unternehmen einen Anreiz bieten, die Via-Platinen für die kleinen Rechner zu verwenden, statt der marktbeherrschenden Intel- und AMD-Chips.
Beim Design hat das Unternehmen einen Schwerpunkt auf Funktechnologie gelegt und zwei Module in den Entwurf integriert. Notebook-Hersteller können aus einer Vielzahl von Standards wählen: Ein Modul bietet beispielsweise Unterstützung für Wi-Fi, Bluetooth und AGPS (Assisted GPS), das zweite unterstützt die Standards WiMAX, HSDPA oder EVDO. Alle CAD-Dateien für das Openbook wurden unter der Creative Commons 3.0 freigegeben. Über den offenen Ansatz freut sich die gemeinnützige Organisation: “Es ist ein brillanter Schritt, die tatsächlichen CAD-Roh-Dateien unter eine Creative Commons Share-Alike-3.0-Lizenz zu stellen”, lobt der Creative-Commons-Mitarbeiter Jon Phillips den Hersteller, “das macht es eindeutig und erlaubt ausdrücklich, dass andere Vias offene Innovationen nutzen.”
Openbook bringt rund 1 kg auf die Waage und hat ein 8,9-Zoll-Display, mit einer Auflösung von bis zu 1024 x 600 Pixeln. Es verträgt bis zu 80 Gbyte Festplattenspeicher und bis zu 2 GByte DDRAM. Über den hauseigenen VX800-Chip unterstützt das Mini-Notebook auch hochperformante 3D-Grafiken. Bei Videoformaten liefert Openbook beispielsweise Unterstützung für MPEG-2, MPEG-4, WMV9, HDTV, VC1 und DiVX. Das Openbook basiert auf Vias C7-M ULV-Prozessor, der maximal 3,5 Watt Strom benötigt, lieferbar in den Taktfrequenzen zwischen 1.0 bis 1.6 Gigahertz. Drei USB-2.0-Ports und ein VGA-Port sind dabei, ein Vier-in-Eins-Speicherkartenleser und eine Zwei-Megapixel-Webcam. Als Betriebssystem unterstützt die Via-Plattform Windows Vista Basic, Windows XP und “alle populären Linux-Distributionen”. Der Rechner ist mit einer Vier-Zellen-Lithium-Ionen-Batterie geplant, für die der Hersteller voll aufgeladen drei Stunden Arbeitszeit verspricht. Je nach Konfiguration soll das Mini-Notebook zwischen 320 und 500 Euro kosten und ab dem dritten Quartal in den Handel kommen.
Bislang ist der boomende Markt der Mini-Notebooks von Linux-Systemen beherrscht. Microsoft versucht derzeit, sein Betriebssystem mit Kampfpreisen attraktiver für die Hardware-Hersteller zu machen, allerdings sollen dabei auch die Funktionalitäten der Geräte begrenzt werden.



