VMware mit Preiserhöhung nach Rauswurf der Chefin
Beim US-amerikanischen Virtualisierungsanbieter VMware stehen weitere Veränderungen an; nach dem Wechsel an der Unternehmensspitze sollen alle Produkte ab September um zehn Prozent teurer werden.
Mitte der Woche hatte VMware überraschend die Abberufung der Mitgründerin Diane Greene von ihrem Posten als Präsidentin und Chief Executive Officer (CEO) bekanntgegeben. Der Aufsichtsrat gab keine Gründe für den Wechsel an und benannte den früheren Microsoft-Manager Paul Maritz als ihren Nachfolger. Dem Branchendienst Virtualization.info wurden interne E-Mails von Maritz und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Tucci zugespielt, und Mitarbeiter prognostizieren weitere grundlegende Änderungen in den nächsten Tagen. Eine davon ist eine massive Preiserhöhung für alle Vmware-Produkte in Europa, Australien und Neuseeland. Wie deutsche Distributoren bestätigen, will VMware für das komplette Portfolio ab 2. September 2008 zehn Prozent höhere Preise verlangen. Die Preiserhöhung betrifft dabei sowohl Lizenzen (Commercial & Academic) als auch die Dienstleistungen in Form von Support and Subscription (SNS).
Mehrheitseigner von VMware ist der Speicherspezialist EMC, und hier war seit der Übernahme seines Unternehmens Pi Corporation im Februar 2008 auch der Greene-Nachfolger Paul Maritz angestellt. Medienberichten zufolge hatte sich Diane Greene in den letzten Monaten dafür eingesetzt, einen neuen Käufer für Vmware zu suchen und sich von EMC zu lösen. Als Interessent war Minderheitseigner Intel im Gespräch. Greene gründete das Unternehmen mit vier weiteren Mitarbeitern, darunter ihr Ehemann, Mendel Rosenblum, heute Chief Scientist bei VMware. Über die Informationspolitik von EMC unzufrieden prophezeihen die Mitarbeiter einen Massenexodus. Bislang waren Unternehmensvertreter selbst für eine offizielle Stellungnahme nicht zu erreichen.
Bei den den Geschäftszahlen hatte Greene bei den Eigentümern bislang wohl vorwiegend für Freude gesorgt: Der Börsengang im August 2007 war äußerst erfolgreich, und Vmware konnte die Gewinne im Jahr 2007 mehr als verdoppeln . Dementsprechend reagiert die Börse über die Personalie denn auch irritiert und straft den Kurs mit Abschlägen: Nach Bekanntwerden fiel die Aktie von ihrem Höchststand mit 53 US-Dollar auf 36,51 US-Dollar und erholte sich bisher nur leicht auf zuletzt 38,56 US-Dollar bei Börsenschluß.





