Der US-amerikanische Virtualisierungsanbieter VMware will das Applikationsmanagement-Unternehmen B-Hive Networks kaufen und einen neuen Entwicklungsstandort in Israel eröffnen.
Das Kernprodukt von B-Hive Networks dient dem Leistungs-Monitoring von Applikationen und will Leistungsschwankungen bereits im Vorfeld mit proaktiven Lösungen verhindern. Nach der Akquisition will VMware die Software mit den hauseigenen Virtualisierungsprodukten auf Server- wie auf Desktop-Ebene kombinieren. B-Hive wurde 2005 gegründet und hat Niederlassungen in Kalifornien und Israel. Das Personal soll nach dem Kauf in die VMware-Unternehmensstruktur integriert werden; die B-Hive-Abteilung für Forschung und Entwicklung im israelischen Herzliya soll samt Personal die Basis für ein neues Entwicklungszentrum von VMware stellen.
Bei seiner Hausmesse VMworld 2007 genoss der B-Hive-Conductor die erhöhte Aufmerksamkeit des Virtualisierungsanbieters; die Software war einer der Finalisten bei der “Best-of-VMworld”-Leistungsschau. Der Software-Dirigent, wie Conductor auf Deutsch heißt, bietet einen Überblick über die Performance der Applikationen in virtuellen Umgebungen, wie zum Beispiel die Antwortzeit bei Transaktionen, die Auslastung der virtuellen Maschinen und wechselseitige Abhängigkeiten. Neben der Monitoring-Funktion will die Software Leistungsschwankungen bereits im Vorfeld verhindern, beispielsweise indem betroffenen Systemen mehr Ressourcen zugeteilt, die Applikation auf einen anderen Server verschoben oder weitere virtuelle Maschinen gestartet werden. Yoav Dembak, Chef und Mitgründer von B-Hive, beschreibt den Vorteil in Kombination mit VMware aus seiner Sicht: “Während Kunden sich vom Physischen ins Virtuelle begeben, bieten unsere kombinierten Lösungen eine noch größere Sichtbarkeit bei der Leistung der Applikationen und machen es möglich, das ein Problem gelöst wird, noch bevor es auftritt.” Der Cheftechniker von VMware, Stephen Herrod, verspricht den Unternehmenskunden durch die kombinierte Lösung ein konsistentes Leistungsniveau bei den Applikationen. Er erklärt: “Wenn B-Hive zum Beispiel einen Rückgang bei der Antwortzeit einer Applikation feststellt, kann es das Problem dadurch lösen, indem die VMware Infrastruktur automatisch darüber informiert wird, dass entweder die zugeordneten Ressourcen angepasst werden müssen oder aber dass eine zusätzliche virtuelle Maschine mit einer zusätzliche Instanz der Anwendung zur Verfügung gestellt wird.”
Der Unternehmenskauf soll im dritten Quartal 2008 abgeschlossen sein. Einzelheiten zum Kaufpreis wurden noch nicht bekanntgegeben.



