Open Source im professionellen Einsatz

Unix-Schädlinge im Jahresrückblick

01.03.2007

In seiner Analyse der Schadprogramme für Unix-ähnliche-Betriebssysteme bescheinigt der Sicherheitsspezialist Kaspersky Lab Rechnern mit Linux und Co im abgelaufenen Jahr 2006 ein friedliches Dasein.

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Linux gilt als populärstes Betriebssystem in der Unix-Sippe. Da es aber meist auf Servern zum Einsatz kommt, reicht Cyber-Kriminellen der Verbreitungsgrad als Nährboden für illegale Geschäfte anscheinend nicht aus, heißt es in der Analyse. Proof-Of-Concept-Varianten (POC), Exploits, die neue Schwachstellen demonstrierten sowie neu kompilierte Versionen schon bekannter Schadprogramme machen den Löwenanteil der Schädlinge aus. An Schwachstellen im Kernel mangelt es dagegen nach Ansicht von Kaspersky nicht, das Projekt The Month of Kernel Bugs hat allein bei Linux elf Schwachstellen zutage befördert.

Weil Kaspersky seine Zählmethode geändert hat und nur noch wirklich neue Programme zählt, während geringfügige Modifikationen bereits bestehender Schädlinge aus der Statistik fallen, verringerte sich die Zahl der 2006 gezählten Malware für Unix-ähnliche Systeme um 43 Prozent. Linux liegt im potenziellen Schadstoffmix aus Exploits, Backdoors, Rootkits, Trojanern und Hackertools mit 143 Einzelfällen weit über Unix und Mac OS X. Das Macintosh-System taucht 2006 mit acht Einträgen erstmals in der Statistik auf. Für das erwachende Interesse an Mac OS macht Kaspersky die Umstellung auf die populäre Intel-Architektur verantwortlich.

Der russische Antivirenspezialist diagnostiziert seit längerer Zeit einen Paradigmenwechsel bei den Virenschreibern: Die geltungssüchtigen Skript-Kiddies sind durch spektakuläre Festnahmen und hohe Strafen abgeschreckt, deren Stelle haben Programmierer mit eindeutig krimineller Energie eingenommen. Den Nachfolgern sei es wichtig, unentdeckt zu bleiben und einen überfallenen Rechner ohne Wissen des Anwenders für ihre Zwecke zu missbrauchen. Die Ruhe im Linux-Lager könnte sich nach Meinung der Sicherheitsexperten bei weiterer Verbreitung von Linux auf Desktops und Servern als trügerisch erweisen. Das Bulletin zu den Unix-Schädlingen gibt es auf den Viruslist-Seiten des Antivirus-Herstellers nachzulesen.

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