Open Source im professionellen Einsatz

Ude: "Wir schließen Ende 2013 Limux erfolgreich ab"

24.06.2013

Auf den Münchner Open-Source-Tagen trafen sich Ende letzter Woche zahlreiche Experten und Anwender aus verschiedenen deutschen Städten und Institutionen zum Erfahrungsaustausch rund um Linux, Open-Source und freie Software. Dabei gab's lobende Worte vom OB und viel Neues rund um Groupware - und bald gibt's Linux-CDs von der Stadt für alle.

332

14 300 Arbeitsplätze werden Ende dieses Jahres umgestellt sein, mindestens, erklärt Münchens OB Ude: "Mein Antrag, sich aus der Abhängigkeit von Microsoft zu befreien und auf Open Source zu setzen, war damals heiß umkämpft, konnte aber mithilfe der Szene durchgesetzt werden." Als Schirmherr der Münchner Open Source Tage durfte er zahlreiche Experten aus Österreich, der Schweiz, Italien und Deutschland im alten und neuen Rathaus der bayerischen Landeshauptstadt begrüßen. Die hatten sich zu zwei Tagen voller Vorträge über Open-Source-Philosophie, -Technik und -Anwendung im Behördenumfeld getroffen, und Einblicke in ihre Arbeit und Erfahrungen gegeben.

Open Source Tage München 2013

So stellte Thomas Uhl (OSBA) die neuesten Entwicklungen rund um deutsche Cloud-Produkte und -APIs vor, Markus Feilner vom Linux-Magazin präsentierte einen Überblick über Open-Source-Groupware-Produkte. Bei den Recherchen zu dem Vortrag ergaben sich einige Neuigkeiten: Kolab 3.1 soll Carddav- und Caldav-Support bekommen, ein File-Manager-Backend und besseren Support für sehr große Adressbücher. Open Xchange wird weiter an Verbesserungen für Smartphones und Tablets arbeiten, außerdem sollen dieses Jahr noch OX Spreadsheet und OX Presentation fertig werden. Bis dahin werden die OX Documents auch kostenlos bleiben. Und Zarafa spricht vom "erfolgreichsten Jahr seiner Geschichte", arbeitet verstärkt an der Skalierbarkeit, ist "derzeit stark in Hosting-Projekte eingespannt" und bringt mit der nächstes Jahr erscheinenden Version 7.2 wohl viele Neuheiten rund um die Exchange Web Services.

OX Text ist bereits recht offensichtlich auf Touch optimiert.

Doch die vielen neuen Features haben wohl weniger mit der aktuell laufenden Limux-Groupware-Aussschreibung zu tun (Stichwort Mikmak, das Linux-Magazin berichtete). Die betritt gerade Phase Zwei, wo die Produkte mehr im Vordergrund stehen (in Phase 1 eher die Firmen), frühestens bis November sei mit einer Entscheidung zu rechnen, berichten Insider. Derweil vergnügt man sich in München damit, Microsoft das Leben leichter zu machen: Pünktlich zum Ablaufen des Supports von Windows XP im Juni 2014 plant die Stadt, ihren Bürgern kostenlose Ubuntu-DVDs zur Verfügung zu stellen.

Ähnliche Artikel

  • 20. und 21. Juni: Münchner Open Source Tage

    Am morgigen Donnerstag (20.6.) und am Freitag treffen sich in München auf Einladung der Landeshauptstadt Linux- und Open-Source-Experten zu zwei Tagen mit Vorträgen, Diskussionen und zum gemeinsamen Austausch rund um Linux und Open Source.

  • Migmak

    Nach langem Rätseln und vielen Gerüchten steht fest: Die Stadtverwaltung Münchens folgt weiter entschlossen dem 2001 gewählten Open-Source-Pfad und kürt Kolab zur Limux-Groupware. Das freie Projekt hat als Bestandteil eines Bieterkonsortiums die seit 2013 laufende Migmak-Ausschreibung gewonnen.

  • München hat fertig: Limux ist durch

    Seit gestern ist es offiziell: Das Limux-Projekt in München ist fertig und geht in den Regelbetrieb über. Die Linux-Umstellung der 15.000 Arbeitsplätze von proprietären Systemen auf das flexiblere, lizenzkostenfreie und strategisch besser geeignete Betriebssystem samt Office-Software ist abgeschlossen. Das präsentierten die Verantwortlichen am Mittwoch im IT-Ausschuss dem Münchner Stadtrat.

  • Voll im Plan: Münchener IT stellt Version 4 des Limux-Clients fertig

    Die bayerische Landeshauptstadt kann einen weiteren Meilenstein bei der Etablierung ihrer Linux-Lösung vorweisen: Seit dem 16. August steht der Limux-Client in seiner vierten Version zur Verfügung.

  • "Limux ist eine Bereicherung": Münchner OB-Kandidaten im FSFE-Check

    Seit Jahren veröffentlicht die Free Software Foundation Europe (FSFE) vor wichtigen Wahlen ihre Wahlprüfsteine, die die Open-Source-Pläne von Politikern und Parteien auf die Probe stellen. Jetzt mussten die Kandidaten für das OB-Amt der drittgrößten deutschen Stadt Rede und Antwort stehen.

comments powered by Disqus

Ausgabe 01/2017

Digitale Ausgabe: Preis € 6,40
(inkl. 19% MwSt.)

Artikelserien und interessante Workshops aus dem Magazin können Sie hier als Bundle erwerben.