Skolelinux für Rheinland-Pfalz
16.03.2009
Etwa 1700 Schulen in Rheinland-Pfalz sollen zukünftig Skolelinux als Basis für ihre Rechner nutzen. Die Entscheidung fiel bereits im letzten Jahr. Nun läutet das Projekt die nächste Phase ein.
Die Schulen übernehmen dabei nicht nur das Betriebssystem selbst, sondern auch Unterrichtskonzepte, die an 11 Pilot-Schulen entwickelt werden sollen. Dabei wird im Rahmen eines 10-Punkte-Plans ("Medienkompetenz macht Schule") eine angepasste Skolelinux-Version ausgegeben, erklärt Burkhard Schaefer, Referent im Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur.
"Die Wahl fiel auf Skolelinux, weil mit dieser pädagogischen Netzwerklösung durch die Debian-Community eine weitreichende Nachhaltigkeit, was die Entwicklungen von Softwarekonzepten angeht, gewährleistet ist", so Schaefer. Nach Hamburg setzt damit bereits ein zweites Bundesland auf Linux in der Schule.
Klaus Knopper (der Erfinder von Knoppix) und Prof. Dr. Bettina Reuter von der FH Kaiserslautern übernehmen die Projektleitung, passen Skolelinux den Bedürfnissen der Schulen in Rheinland-Pfalz an und geben die Ergebnisse in das internationale Projekt zurück. "Aufgrund ihrer Offenheit und ihrer Einhaltung öffentlicher Standards erreichen sie eine Stabilität, die von heutigen proprietären Systemen nicht erreicht werden kann", schreibt Knopper.
Ein neu gegründeter "Verein zur Förderung Freier Software an Schulen in Rheinland Pfalz" soll die Wünsche und Anregungen der Lehrer und Schulverantwortlichen aufnehmen und an die Projektleitung weitergeben. Dessen Leiter Thomas Rhode nennt die Vorzüge von Skolelinux: "Hier können sich alle aktiv an der Zukunft der Informationstechnik beteiligen, und dabei noch Spaß haben." Schüler könnten zudem die an der Schule eingesetzte Software mit nach Hause nehmen und privat benutzen.
Ging es in der ersten Phase bis März 2009 darum, vorhandene Netzwerkstrukturen in Skolelinux zu integrieren und mit dem Skolelinux-Server bequem zu verwalten, können sich nun Schulen bis zum 3. April 2009 anmelden, um die Software-Plattform mitsamt der zugehörigen Hardware zu erhalten.
(Kristian Kißling)
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