Das Unternehmen war zuletzt vorwiegend durch mehrere, langjährige Prozesse um Unix-Rechte bekannt. Mitte August hatte SCO eine entscheidende Schlappe erlitten, als ein US-Gericht das Eigentum am Unix-Code dem Prozessgegner Novell zugesprochen hatte. Zugleich hatte das Gericht entschieden, dass Novell aus diesem Eigentum Lizenzgebühren zustehen.

Nicht zuletzt durch die hohen Prozesskosten war SCO bereits Ende April vom Börsenrauswurf bedroht, nun hat der Aufsichtsrat beim Gericht in Delaware den Antrag auf Gläubigerschutz gestellt. Während das Unternehmen sich unter gerichtliche Aufsicht stellt, soll es die Gelegenheit bekommen, sich neu zu strukturieren. In dieser Zeit sollen keine Forderungen eingetrieben werden, es wird geprüft, ob das Unternehmen wieder wirtschaftlich arbeiten kann. Am 17. September sollte das Hauptverfahren im Novell-Prozess eröffnet werden, nach US-Recht müssen jedoch während des Gläubigerschutzes auch alle Gerichtsprozesse ausgesetzt werden.

Die juristischen Kommentatoren der Website Groklaw haben zahlreiche Dokumente zusammengetragen, die beim Chapter-11-Verfahren von SCO veröffentlicht werden müssen, darunter der Aufsichtsratsbeschluß vom 13. September und die Liste der Forderungen. Wie Groklaw meldet, beziffert SCO die Gesamthöhe der Schulden mit 7,5 Millionen US-Dollar, die Unternehmenswerte sollen 14,8 Millionen betragen. Damit berücksichtigt die Liste der Gläubiger allerdings nicht die Forderung von Novell über ausstehende Lizenzzahlungen in Höhe von mindestens 25 Millionen US-Dollar. Als zweithöchsten Posten nennt SCO Anwaltsrechnungen in Höhe von 287 000 US-Dollar, an erster Stelle steht die Investmentgesellschaft Amici mit einer halben Million US-Dollar. Bereits im Januar hatte Novell das Gericht um eine schnelle Entscheidung gebeten mit der Begründung, dass dem Kontrahenten SCO bald das Geld ausgehen würde und damit die Forderungen nicht mehr erfüllen könnte.