Qt Developer Day: "Wir sind da ganz pragmatisch"

Sebastian Nyström war vor seiner Zeit bei Nokia Projektleiter bei McKinsey und ist im Verlauf des Jahres 2008 Qt-Chef und damit Vice President bei Nokia geworden.

Der Qt-Chef Sebastian Nyström sprach am Rande des Qt Developer Day 2010 mit Linux-Magazin Online über Nokias neue Offenheit und die dahinterstehende Herangehensweise an Open Source.

Im Jahr 2008 sprach Linux-Magazin Online das erste Mal mit dem neu ernannten Qt-Chef. Gefragt nach den wichtigsten Veränderungen dieser zwei Jahre, nennt er die Änderung es Lizenzmodells auf LGPL Anfang 2009, die Mobility-APIs sowie das neue Open-Governance-Konzept von Qt.

Die so genannte “Open Governance” war letztes Jahr noch kein Thema auf dem Developer Day, wenn auch – wie Nyström berichtet – intern bei Nokia. Diese offene Projektführung sieht zum Beispiel vor, dass mehr Leute an Qt mitentwickeln können. Entwickelt sich Nokia etwa zu einem Open-Source-Unternehmen? “Auf jeden Fall”, sagt Nyström spontan. Er versteht darunter aber kein Unternehmen, das voll und ganz auf Open Source setzt, wie gleich darauf klar wird: Nokia sei “auch eine proprietäre Firma”. Als Beispiele nennt er Meego und Symbian: Beide seien nicht zu hundert Prozent quelloffen.

Sebastian Nyström war vor seiner Zeit bei Nokia Projektleiter bei McKinsey und ist im Verlauf des Jahres 2008 Qt-Chef und damit Vice President bei Nokia geworden.

Sebastian Nyström war vor seiner Zeit bei Nokia Projektleiter bei McKinsey und ist im Verlauf des Jahres 2008 Qt-Chef und damit Vice President bei Nokia geworden.

Hinter der Öffnung, für die Nyström den Bugtracker und das Gitorious-Repository als Beispiel anführt, steht laut dem studierten Industrie-Ingenieur ein rein pragmatischer Ansatz, den er in etwa so beschreibt: Leute wollten zu Qt beitragen – aber sicher, warum nicht? Sogar über eine Qt Foundation habe man nachgedacht: Leute aus der Community – sowohl aus Unternehmen als auch freie Entwickler, wie Nyström auf Nachfrage versichert – bevorzugten jedoch die Führung aus einer Hand.

Gegenüber der relativ starken Identität, die das Anfang 2008 von Qt übernommene Unternehmen Trolltech immer noch hat (beispielsweise heißt das abendliche Come-Together auf dem Qt Developer Day “Dinner with the Trolls”) nimmt Nokia laut Nyström eine ähnlich pragmatische Laisser-faire-Haltung ein: “Das ist eine Sache von ‘Don’t fix it if it’s not broken'”. Admins kennen diese Einstellung: “Never change a running system”: Das gut funktionierende System sei in diesem Fall Qt Software, ehemals Trolltech.

Über den Unterschied zwischen dem Qt SDK und Qt Nokia SDK sagt der Skandinavier übrigens, dass sich die Doppelung als eher verwirrend für die Entwickler herausgestellt hat. Man denke darüber nach, ob es wieder nur ein SDK geben solle.

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