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Qt Dev Days 2009: Nokia möchte Bekanntheit von Qt "verzehnfachen"

Am Rande der Qt Developer Days 2009 in München sprach Qt-Chef Sebastian Nyström mit Linux-Magazin Online über die Unterschiede zwischen Symbian und Maemo sowie darüber, wo er in den nächsten drei Jahren mit Qt hin möchte.

Der Qt-Chef betrachtet Nokia als einen der drei großen Player, die nicht nur ein Gerät herstellen und ein Betriebssystem von Dritten darauf laden, sondern eine eigene Betriebssystemplattform in die Hand nehmen. Außer Nokia mit den Tablets der N-Reihe zählt der ehemalige McKinseyaner dazu noch Apple mit dem I-Phone und RIM mit dem Blackberry.

Auf die Frage, ob Symbian und Maemo nicht Konkurrenten unter einem Dach seien, antwortet Nyström, dass im Mobilfunkmarkt neue Plattformen ältere nicht ablösen. Stattdessen habe die Symbian-Plattform ihr Zuhause in einer bestimmten Geräteklasse und einem bestimmten Marktsegment, das er "traditionelles Smartphone" nennt. Davon abzugrenzen sei das neue Smartphone des Typs N900, das zum Beispiel mit seinen verschiedenen und konfigurierbaren Oberflächen den Desktop aufs Handy hole, eine eigene Tastatur besitze und auch von der inneren Hardware-Ausstattung her eher ein Rechner sei: Das N900 werde intern bei Nokia als Rechner geführt, so Nyström. Den gleichen Typ "neues Smartphone" repräsentieren Android-Handys, wie man hinzufügen muss.

Die Bekanntheit von Qt will Nyström seiner Vision nach verzehnfachen. Schaffen will er das mittels dreier Bausteine: Zugang für Entwickler mittels SDKs, Verbreitung mittels der LGPL, und Attraktivität durch Stabilität und Robustheit. Als weitere Komponenten seiner Vision für Qt will der in Helsinki graduierte Master of Engineering auch Desktop- und Webentwicklung integrieren. Schließlich setzt er Erwartungen auf QML, die textbasierte Meta-Sprache zur Beschreibung der Benutzerschnittstelle, mit der auch Designer arbeiten sollen.

Für diese Pläne stellt Nokia Qt-Entwickler ein und erhöht das Qt-Budget, wie Nyström schon in seiner Keynote sagte. Im Gespräch verriet er nun, dass das Entwickler-Budget für Qt um 15 Prozent erhöht wird. Die absolute Summe wollte er jedoch nicht nennen.

Nyström machte auch deutlich, dass es ihm nicht speziell um Linux oder Open-Source-Philosophie zu tun ist. Beispielsweise läuft ein Windows auf dem Ende August angekündigten Booklet 3G, mit dem Nokia den Netbook-Markt betritt. Der Grund: Dafür gebe es mehr Anwendungen, die der Kunde wolle.

(Anika Kehrer)
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