Plone ist eines der bekanntesten Content-Management-Systeme in der Welt der freien Software. Erst vergangene Woche, auf der internationalen Plone Conference in Neapel, hat das Python-basierte System seine Flexibilität bewiesen: Beim Plonegov Developer Sprint zeigten die Entwickler, was Plone kann.

Ziel des Plonegov-Projekts ist es, die öffentliche Verwaltung mit der Plone-Technologie vertraut zu machen. Organisatorisch geht es vor allem um die Zusammenarbeit der staatlichen Stellen mit der Open-Source-Community und lokalen Dienstleistern.

Auf der technischen Seite sind vor allem die Plonegov-Bestandteile Python Open Document (POD) und das Latex-Tool interessant. POD bringt Plone-Inhalte in das Open-Document-Format (ODF) oder macht daraus Microsoft-Word-Dateien. Das geschieht, indem das System die Inhalte in die XML-Strukturen des ODF transformiert. Schickt man das freie Format anschließend durch eine serverseitige Open-Office-Installation, lassen sich auch PDF- und Word-Dokumente erzeugen.

Wer auf das Microsoft-Format verzichten kann, braucht nicht allein zur PDF-Erzeugung ein komplettes Open Office auf dem Server zu betreiben, was erheblichen Aufwand verursacht. Er kann als Alternative das Latex-Tool verwenden, das zur PDF-Erzeugung auf das Textsatzsystem Tex/Latex zurückgreift: Ein Python-Skript wandelt zunächst Plone-Inhalte von XHTML in Latex-Quelltexte um, anschließend werden diese mit Latex in PDF-Dokumente übersetzt.

So lässt sich mit Plonegov samt POD und Latex-Tool ein Online-Dokumentenmanagement auf Basis von Open Document realisieren, ohne auf jedem Arbeitsplatzrechnern Open Office installieren zu müssen.

Derzeit benutzen 55 öffentliche Einrichtungen in Europa, Afrika sowie Nord- und Südamerika Plonegov-Technologie. Seit April 2007 gibt es besispielsweise in der Schweiz einen Plonegov-Verein, der mit dem Informatikstrategieorgan Bund (ISB) und dem Statistischen Amt Basel-Stadt zusammenarbeitet.