Open Source im professionellen Einsatz

Open Source in spe: Agorum Document-Management

15.01.2008

Die deutsche Firma Agorum Software GmbH kündigt an, im Laufe dieses Jahres das gesamte Programm Agorum Core offen zu legen. Es soll eine Installationsversion zur einfachen Benutzung und eine Version mit allen Quellen geben.

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Das Document-Management-System soll unter der GPLv2 verfügbar werden. Die Firma aus Baden-Württemberg betont als Vorteil ihrer Suite, dass die Ansicht des Anwenders sich nicht ändert: Er öffnet und speichert Dokumente aus vertrauten Anwendungen mit "Datei öffnen" beziehungsweise "Speichern unter". Agorum Core läuft im Hintergrund und sorgt beispielsweise dafür, dass das Ein- und Auschecken interpretiert und automatisch umgesetzt wird, schreiben die Hersteller. Automatisch soll auch das Verschlagworten gespeicherter Dokumente aufgrund ihres Inhalts ablaufen. Die Server-Software verfügt zudem über Backup-Funktionen, die neben den Dokumenten-Versionen auch Benutzereinstellungen und Meta-Informationen sichern. Zu dem Sicherheitskonzept von Agorum Core gehören Zugriffskontrolle und verschlüsselte Übertragung. Von der Offenlegung verspricht sich die Softwarefirma größere Verbreitung und Supportangebote durch Dritte, aber auch zum Beispiel neue Schnittstellen, die aus der Open-Source-Community kommen.

Die Laufwerkschnittstelle von Agorum ermöglicht, dass der gemeinsame Bereich des Dokumenten-management-Systems wie ein Netzlaufwerk dargestellt und angesprochen wird.

Bis der Quellcode verfügbar ist, dauert es allerdings noch einige Wochen oder sogar Monate. Die Entscheidung zur Offenlegung des Programms ist frisch vom Ende des vergangenen Jahres: Im Gespräch mit Linux-Magazin Online sagte Geschäftsführer Oliver Schulze, bis Ende Januar solle auf der Firmenwebseite eine genauere Beschreibung der zukünftig offenen Software zur Verfügung stehen.

Im Moment gibt es dort eine Auflistung der Module, die zu Agorum Core gehören, etwa der Workflow- oder Archivierungsmechanismus oder die Weboberfläche Desk4web. Was hier zu finden ist, soll "fast alles Open Source" werden, sagte Schulze. Ausgenommen seien Zusatzmodule wie Tools zur Betriebsüberwachung oder zur Datensicherung.

Für Windows wird es eine neue Client-Integration geben. Linux- und andere Benutzer sind zum Kollaborieren an die webbasierte Agorum-Oberfläche Desk4web verwiesen.

Als erstes will die Firma eine binäre Installationsversion erstellen, mit der der Anwender möglichst leicht das Programm benutzen und installieren kann. Der Sourcecode soll anschließend nachgereicht werden, sagte Schulze: Die Entwickler müssen die Quellen noch "auf GPL-Version trimmen", also Anpassungen für Kunden herausnehmen oder Lizenztexte einbauen. Bis dahin kann man sich auf Firmenwebseite zur Open-Source-Software in spe informieren.

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