Auf der weltgrößten Konferenz für Open Source auf Mobilgeräten OSiM treffen sich derzeit die wichtigsten Hardware- und Softwarehersteller um die Zukunft freier Software in diesem Bereich zu diskutieren. Linux-Magazin Online ist vor Ort und berichtet über aktuelle Trends.
In Berlin hat gestern die weltgrößte Konferenz zum Thema “Open Source auf Mobilgeräten” OSiM World 2008 begonnen. Zwei Tage lang geht es in zwei Tracks vor allem um die strategische Bedeutung von Linux als Basis für kommende Mobilgeräte. Der Tenor war hierbei, dass sich die Linux-Verbreitung auf Handys in den nächsten Jahren vervielfachen wird. Neben den offensichtlichen Chancen befassten sich die Vorträge am ersten Tag vor allem mit der Gefahr einer Fragmentierung der technischen Basis, also einen zu befürchtenden Wildwuchs unterschiedlicher Systeme, die am Ende den Entwicklern das Leben schwer machen würden.
Derzeit steht auf der einen Seite die LiMo Foundation mit über 50 Mitgliedern aus der Industrie, von Handy-Herstellern wie Samsung und Motorola über Chipfabrikanten wie Marvell, Qualcomm und Texas Instruments bis zu Carriern wie Vodafone, Orange und der japanischen DoCoMO. Konkurrenz bekommt LiMo durch die Open Handset Alliance, die auf die von Google getriebene Neuentwicklung einer Handy-Software-Plattform unter dem Namen Android setzt. Bisher gibt es allerdings keine Geräte, die die Plattform unterstützen. Ein erstes Handy, hergestellt von der Firma HTC, soll im Oktober auf den amerikanischen Markt kommt. Interessanterweise finden sich in der Open Handset Alliance ein Großteil der LiMo-Mitglieder wieder.
Schließlich spielt auch noch die Moblin-Community mit, die allerdings eher auf etwas größere Geräte, so genannte Internet Tablets oder Mobile Internet Devices ausgerichet ist. Treibende Kraft dabei ist der Chiphersteller Intel. Im gleichen Segment ist die Maemo-Plattform von Nokia angesiedelt, das durch die Verwendung von Linux auf den Internet Tables N770 und N800 Pionierarbeit geleistet hat.
Das Resumee fiel bislang unterschiedlich, wenngleich eher optimistisch aus: Es gibt eine gewisse Fragmentierung – wie auch im Bereich Java für Mobilgeräte – das Problem wird sich in Zukunft aber von selbst lösen. Am meisten leiden derzeit kleine, unabhängige Entwickler darunter, die nicht über die Ressourcen verfügen, ihre Software für viele Plattformen zu pflegen.
Neben den eher strategisch ausgerichteten Vorträgen gibt es auf der OSiM eine Reihe von Workshops, in denen beispielsweise die Firmen ACCESS, Google, Motorola und Intel ihre Plattformen den Entwicklern schmackhaft machen wollen.
- Canonical bietet OEMs eine abgespeckte Ubuntu-Version für Internet Tablets
- Entwickler-Workshop bei Motorola
- Auf all diesen Handys läuft Linux. Die meisten sind allerdings nur in Asien auf dem Markt.
- Ein weiteres Linux-basiertes Telefon.
- Die Software Fring ermöglicht Voice-Over-IP übers Handy.
- Bei den Open Kernel Labs erklären Entwickler die Technologie via Laptop
- Horrorszenario: Wildwuchs bei Linux-Distributionen
- Podiumsdiskussion zu Fragmentierung in den Linux- und Java-Welten
- John Bruggeman, Chief Marketing Officer, Wind River
- Entwickler-Board der Firma ACCESS, einem wichtigen Mitglied der LiMo Foundation
- Große Hoffnungen ruhen auf dem Wachstum des Mobilgerätemarkts.















