Open Source im professionellen Einsatz

Neun neue Linux-Handys für Japan

17.04.2009

Von NEC und Panasonic sollen neun neue Handy-Modelle mit Linux-Betriebssystem auf den Markt kommen; nach der Modellbeschreibung handelt es sich dabei eher um mobile Multimedia-Stationen.

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Das Industriekonsortium LiMo Foundation hatte bereits auf dem Mobile World Congress in Februar eine Vielzahl neuer Geräte angekündigt, die als Betriebssystem die eigens entwickelten Mobil-Variante von Linux nutzen. Gleichfalls im Februar hatte der kalifornische Unternehmen Azingo sein Gerät auf Basis der Limo-Plattform vorgestellt, entwickelt im Auftrag von Vodafone (Linux-Magazin Online berichtete). Kommenden Montag sollen nun NEC und Panasonic mit gleich neun weiteren Handys folgen. Konzipiert sind die Mobiltelefone für den japanischen Markt, und dort sind die Ansprüche an das Handy als Multimedia-Gerät und Statussymbol hoch, wie die technische Beschreibung erkennen lässt.

Das linux-basierte Mobiltelefon TM P01-A von Panasonic kann auch Video. Vier neue Modelle bringt NEC für den japanischen Netzwerkanbieter docomo. Mit dabei ist beispielsweise ein Telefon mit 3,2-Zoll-Touchscreen, 5,2 Megapixel Kamera und virtuellem Surround-Sound SRS TruMedia. Das Modell TM N-02A ist nur 12,9 mm dünn und bringt Lichtorgel-Funktionalität mit fünfzehn verschiedenen Tastaturbeleuchtungen. Mittels der Beleuchtung soll der Anwender zwischen E-Mails, eingehenden oder ausgehenden Telefonaten und ähnlichem unterscheiden. Integriert ist TV-Funktionalität und Stereo Surround-Sound über Kopfhörer. Für das Design des Modells TM N-03A ist der französische Zuckerbäcker Pierre Hermé verantwortlich und bringt „ein breites Spektrum gastronomischer Inhalte“, persönlich ausgewählt vom „Picasso des Gebäcks“.
Die fünf neuen Modelle von Panasonic werden ebenfalls über Docomo vertrieben, gleichfalls mit beeindruckender Multimedia-Ausstattung. Mit dem Panasonic TM P01-A soll man sogar Videos aufzeichnen und betrachten, mit dabei auf der Linux-Plattform sind Windows Media Video und Flash Video; die gleichfalls enthaltenen Google Maps erscheinen da schon nebensächlich.

Die LiMo Foundation macht mit der eigenen Linux-Plattform auch Googles Linux-Plattform Android Konkurrenz. Die Hintergründe schilderte der Präsident des Industriekonsortiums, Morgan Gillis, in einem Vortrag auf der CeBIT Open Source (kostenloser Stream im Archiv des Linux-Magazin). Bei der Mitgliederzahl hat die LiMo Foundation derzeit mit 55 Unternehmen die Nase vorn, während die Open Handset Alliance hinter Googles Android aktuell 47 Unternehmen listet. Microsoft-Chef Ballmer beobachtet die Entwicklung von Linux auf Mobilgeräten jedenfalls genau, und betrachtet den Markt als Sprungbrett für den Desktop.

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