Neuer Debian-Projektleiter verspricht mehr Spaß

Die Debian-Entwickler haben ihre alljährliche Wahl abgehalten und aus ihren Reihen einen Projektleiter (DPL) gewählt, der ein Jahr lang die Geschicke der Distribution lenken wird. Der Sieger der Wahl heißt Sam Hocevar.

Er löst Anthony Towns ab. Hocevar hat sich einiges vorgenommen; er will alte unflexible Strukturen in der Debian-Community aufbrechen, die Arbeit am Projekt soll wieder Spaß machen: “Gebt es zu, wird sind zu einem Haufen Langweiler verkommen, die viel weniger Spaß haben als früher” lautete seine Parole, mit der er auf seiner Plattform Stimmen gewinnen wollte, was gelungen ist.

Den Schwerpunkt seiner Arbeit legt er auf das pragmatische Ziel, Aufgaben erledigt zu bekommen. Dazu soll es in Zukunft deutlich mehr einzelne Teams im Projekt geben. Die noch recht neue Praxis, mehrere Maintainer für ein Paket zu haben, soll so zum Regelfall werden. Das soll verhindern, dass einzelne Paket-Maintainer ein Paket “besitzen” und dann sechs Monate lang nichts von sich hören lassen, ohne dass ein Interessent das Paket übernehmen könnte. Zusätzlich sollen die Core-Teams vergrößert werden, um Engpässe zu vermeiden. Von einem geregelten Projekt-Management vor allem bei Releases neuer Versionen verspricht sich Hocevar weitere Effizienz. Er will Berichte über den Status bestimmter Projekte zur Pflicht machen, um Verzögerungen so schnell wie möglich begegnen zu können.

Zu den weiteren Eckpunkten seines Programms erhebt Sam Hocevar die Parole, Debian wieder sexy zu machen. Dazu gehören eine Neugestaltung der Website und des Bug-Tracking-Systems sowie mehr Artwork in der Distribution selbst und bessere Paketbeschreibungen. Auch die Release des Nachfolgers der kürzlich erschienen Debian-4.0-Version Etch namens Lenny steht auf Sams Todo-Liste. Dabei will er zwar keine klaren Terminvorgaben machen, aber als DPL dafür sorgen, dass die Leute, die sich um eine rasche Freigabe von Lenny bemühen, alle nötigen Werkzeuge an die Hand bekommen.

Der bislang amtierende DPL Anthony Towns hat eine Wiederwahl recht deutlich verfehlte. Mit einer Wahlbeteiligung von fast 47 Prozent zeigte die diesjährige Wahl eine starke Aktivität. Alle Infos zur DPL-Wahl 2007 finden sich auf der entsprechenden Debian-Webseite.

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