Open Source im professionellen Einsatz

Newsletter abonnieren
Seite durchsuchen

HEFTARCHIV | NEWS | E-BIBLIOTHEK | VIDEO | BLOGS | WHITEPAPER | EVENTS | ACADEMY | ABO | SHOP

user friendly

  Home  »  NEWS  »  Neue Klage bei der EU-Kommission gegen Microsoft  

RSS-Feed der aktuellen News von Linux-Magazin Online Folgen Sie Linux-Magazin Online auf Twitter
Diesen Artikel druckenDiesen Artikel weiterempfehlen Diesen Artikel kommentieren Newsletter abonnieren
Share/Bookmark

Neue Klage bei der EU-Kommission gegen Microsoft

Der niederländische Software-Händler HW Trading hat bei der Europäischen Kommission Klage gegen Microsoft wegen Wettbewerbsverzerrung und Missbrauchs der Marktposition eingereicht.

Die Begründung: Microsoft berechne im europäischen Markt seit Jahren wesentlich höhere Preise als in den USA. Wie die niederländische Nachrichtenplattform Webwereld berichtet, haben die Anwälte des Unternehmens im Namen des Inhabers, Samir Abdalla, Klage wegen Verstoß gegen Artikel 81 und 82 des Europäischen Vertrags eingereicht. Laut dem Bericht war allerdings zunächst Abdalla der Beschuldigte: Microsoft hat den Händler im US-amerikanischen Kalifornien wegen illegalem Lizenzverkauf verklagt. Streitwert: Rund 3,4 Millionen US-Dollar.

Nun holt der Händler zum Gegenschlag aus und setzt dabei auf die Abteilung der Europäischen Kommission, die der Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes untersteht. Kroes setzt sich im Namen ihrer Behörde öffentlich immer wieder für offene Standards ein, und die Europäische Kommission hatte Microsoft in der Vergangenheit schon zu Strafen in Millionenhöhe verurteilt.

Der Unternehmer Abdalla meint jedenfalls, für einen erneuten Verstoß ausreichend Belege vorlegen zu können: Er habe Microsofts Händlerpreislisten in den Jahren 2004 bis 2008 in Europa mit US-amerikanischen Preisen verglichen und dabei festgestellt, dass der Konzern für das selbe Produkt in Europa zwischen 30 und 50 Prozent mehr verlange. Weil Microsoft einen Marktanteil von rund 95 Prozent bei Office-Produkten in Europa halte, sei dies auch als Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung zu werten, meinen auch seine Anwälte in dem Artikel.

Weil die Marktverhältnisse in den USA und Europa vergleichbar wären, könnte Microsoft sich in diesem Fall auch nicht auf besondere Umstände wie beispielsweise niedrigere Lohnkosten berufen, so zitiert das Nachrichtenportal die Rechtsauffassung des streitbaren Unternehmers. Wechselkursschwankungen könne Microsoft auch nicht ins Feld führen, da auch die europäischen Preislisten in US-Dollar geführt wurden. Auch die so genannte Anti-Piraterie-Regelung, wegen der Abdalla in den USA vor Gericht steht, betrachtet der Unternehmer als Versuch von Microsoft, den legalen Parallelhandel zu unterbinden. Ein weiteres Argument der Kläger: Microsoft verbiete seinen Distributoren, das Betriebssystem separat auf CDs und DVDs zu verteilen, so dass die Konsumenten beim Kauf eines neuen Rechners die bisherige Lizenz nicht wieder verwenden könnten. All dies hält Abdalla für verschiedene Formen von wirtschaftlichem Missbrauch.

Ob der Europäischen Kommission der Argumentation folgt und tatsächlich einen gravierenden Nachteil für europäische Bürger und Unternehmen sieht, bleibt abzuwarten. Auf die Klage von Microsoft gegen HW Trading in den USA hat dies wohl keinen Einfluss.

(Britta Wülfing)
Diesen Artikel druckenDiesen Artikel weiterempfehlen Diesen Artikel kommentieren Newsletter abonnieren
Share/Bookmark
Ähnliche Artikel
Dokumentation: Microsoft veröffentlicht weitere Software-Unterlagen
Grüne: Muss EU Microsoft von Auftragsvergabe ausschließen?
Cebit 2008: Ballmer mit gelbem Strom und grüner IT
Beschwerde gegen Microsoft - FSFE unterstützt Opera
Microsofts Schmusekurs mit Open Source
Streit mit Microsoft: Tomtom verbündet sich mit Open Invention Network
Whitepaper
Open Source Datenintegration in der Praxis: Fallstudien und Anwendungsbeispiele (Folge 2)

Der zweite Teil des Open Source Datenintegration in der Praxis: Fallstudien und Anwendungsbeispiele White Papers beleuchtet anhand weiterer ausgewählter Case Studies die Implementierung von Open Source Datenintegration in der Praxis und benennt die daraus resultierenden Vorteile.

Download PDF (Registrierung erforderlich)
Usage Landscape Enterprise Open Source Data Integration

Die Nachfrage nach Datenintegrationslösungen für Unternehmen ist zunehmend gestiegen und vor allem das Interesse an Open Source Technologien wird immer größer. Doch wie und von wem werden Open Source Datenintegrationslösungen genutzt und welches Nutzungsverhalten lässt sich daraus ableiten? Das vorliegende White Paper präsentiert die Erfahrungswerte von über 1000 Open Source Nutzern und liefert fundierte Antworten auf diese Fragen.

Download PDF (Registrierung erforderlich)
Kommentare (0)