Miguel de Icaza bezweifelt, dass die Arbeit am neuen Major-Release von Erfolg gekrönt sein werde, wenn man die Strategie nicht noch einmal überdenkt. Nur wenige Tage nachdem Gtk+-Entwickler Kristian Rietveld auf der Gnome-Entwicklerkonferenz Guadec Pläne für eine 3.0er-Version des GUI-Toolkits und der Desktop-Umgebung präsentiert hat, befürchtet de Icaza ein Desaster. Er sagt: Die Pläne gehen an den Anwendern vorbei und stoßen unabhängige Software-Entwickler vor den Kopf. Ihm fehlen eine klare Struktur und klar definierte Beschreibungen der neuen Features. Sie nur zu erwähnen, ohne sie genau zu beschreiben, hält er für unzureichend.

Weiterhin kritisiert der Gnome-Erfinder und Vater von Mono die Pläne zur Neuentwicklung der API. Er befürchtet, dass sich die Schnittstellen mehrfach ändern werden, da bisher keine Referenz-Implementierung geplant sei geschweige denn vorliege. Ohne die jedoch sei nicht gesichert, dass alle Änderungen mit Anwendungen kompatibel sind und spätere Releases würden jedes Mal mit abgewandelter API erscheinen.

De Icaza ist jedoch nicht grundsätzlich gegen die Pläne. Er fordert eine klare Roadmap, funktionalen Code der Technologien und vor allem eine Diskussion über die Schnittstellen in der Entwicklergemeinschaft. Zudem müsse eine 2.x-er Release erfolgen, die Entwicklern und Distributoren genug Zeit gibt, um alle Änderungen ein- und umzuarbeiten.