Marktforscher: Weltweiter Rechnermarkt wuchs 2009 moderat

Nach den vorläufigen Zahlen von IDC und Gartner fanden im Jahr 2009 rund 300 Millionen Desktop-PCs, Notebooks und Netbooks einen Käufer. Das bedeutet eine Zuwachsrate von etwa drei Prozent. Das vierte Quartal hat vor allem in den USA zu Rekordverkäufen im Vergleich zum – besonders schwachen – Vorjahreszeitraum geführt .

Den Computermarkt führte im Jahr 2009 nach den vorläufigen Zahlen Hewlett-Packard mit einem Fünftel Marktanteil an, gefolgt von Dell – das etwas schwächer abschnitt als 2008 – und Acer – das den Netbookmarkt dominiert – mit je 13 Prozent. Lenovo liegt mit fast neun Prozent an vierter Stelle der Marktführer 2009 und vollzog im vierten Quartal einen spektakulären Sprung um 42 Prozent mehr Marktanteile, vor allem in Asien und in EMEA, gegenüber dem vierten Quartal 2008 (siehe Galerie).

Laut IDC führte dazu der das gesamte Jahr andauernde Preisverfall, mit dem die Anbieter auf die Konsumentenzurückhaltung nach Verkündung der Krise reagierten. Dazu kamen ab dem dritten Quartal sich bessernde ökonomische Bedingungen, die zu einer Nachfrageexplosion nach hochwertigen Notebooks führten. In EMEA (Europa, naher Osten, Afrika) schließt das letzte Quartal 2009 hinsichtlich der PC-Verkäufe erstmals seit neun Monaten mit schwarzen Zahlen ab. Die Europäer schlugen über Weihnachten bei den Netbooks und anderen niedrigpreisigen Mobilgeräten zu, so IDCs Beobachtung.

Gartner begründet Amerikas gutes Abschneiden ebenfalls mit positiven Vorzeichen bereits im dritten Quartal. In EMEA dagegen habe sich die Wirtschaftskrise zeitverzögert ausgewirkt, weswegen nun auch die Erholung des Marktes hinter Amerika (und dem asiatisch-pazifischen Raum) hinterherhinke. Gartners Zahlen für Marktanteile und verkaufte Stückzahlen sehen ähnlich aus wie bei IDC, allerdings nimmt Gartner auch x86-Server in seinen PC-Tracker mit auf. Die gesteigerte Nachfrage der Konsumenten begründet Gartner ergänzend zu IDC mit aggressivem Marketing der Rechnerhersteller, die zusammen mit reduzierten Preisen diesen Erfolg gezeitigt habe.

EMEA bezeichnet Gartner als die letzte Region, die sich endlich erholt. Westeuropa geht es allerdings besser als Osteuropa: Dort schrumpfte der Markt immer noch etwas, wobei Privatkäufe die Abwärtsbewegung etwas bremsten, die von den eingefrorenen IT-Budgets in den Unternehmen angeschoben wurde. In Westeuropa bildeten Netbooks mit 20 Prozent Zuwachsrate bei den Verkaufszahlen das stärkste Wachstumssegment. Den Launch von Windows 7 sieht Gartner übrigens nicht als wesentlich verantwortlich für die guten Zahlen: Die Händler hätten noch damit zu tun gehabt, ihre Vista-Rechner loszuwerden. Näheres zu den verbreiteten Betriebssystemen konnte Gartner Linux-Magazin Online noch nicht mitteilen. Die vorliegenden Zahlen seien die derzeit einzigen, die Gesamtauswertung auch hinsichtlich Betriebssystemen sei für den März angesetzt. IDC unterscheidet in seinem PC-Tracker gar nicht nach Betriebssystemen.

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