Auf dem Linuxtag in Berlin zeigte das Projekt Linux MCE sein Mediacenter-Betriebssystem, das zur Hausautomation ausgebaut ist. Dem Linux-Magazin Online verriet Entwickler Thomas Cherryhomes, was an Erweiterungen geplant ist.
Die Linux Media Center Edition (MCE) ist ein Kubuntu, das das Projekt zum Beispiel um Myth TV, Asterisk und den MPlayer erweitert hat. Heraus kommt dabei eine Hausautomationssoftware, also einiges mehr als der Name sagt.
Mit Linux MCE kann der Anwender mittels der vom Projekt gebauten Fernbedienung beispielsweise einen serverseitig abgespielten Film auf verschiedenen TVs anzeigen lassen, je nachdem, in welchem Raum er sich gerade aufhält (und in diesem ein Fernsehgerät ist). Der MCE-Benutzer kann aber auch das Licht bedienen oder sich E-Mails bei definierten Ereignissen zusenden lassen. Entdeckt das System einen Einbrecher, soll die entsprechend konfigurierte Software ihn über Lautsprecher ansprechen und einschüchtern. Auch vom Mobiltelefon oder PDA aus lässt sich das Home-System nutzen: Eine entsprechende GUI ist für verschiedene Geräte einsetzbar.
Der Server mit Linux MCE verwaltet alle angeschlossenen Geräte im Netzwerk. Er soll die Funktion des Internet-Gateways übernehmen. In der Wohnung genügen Standard-PCs, um Linux MCE als Client anzuwenden, oder eben mobile Geräte. Das System arbeitet mit Bluetooth und meldet, wenn ein neues Device in Reichweite ist.
Das Projekt Linux MCE verwendet den freigegebenen Quellcode von Pluto, einer kalifornische Firma für Hausautomation, die ihre Software kommerziell vertreibt. Linux MCE basiert auf dieser Sofwtare, die neueste Version 710 datiert auf den 7. Mai. Zwei Neuerungen seien als Nächstes zu erwarten, sagte ein Entwickler des Projekts in Berlin zu Linux-Magazin Online: Zum einen arbeite das Projekt jetzt mit KDE zusammen, weil es die Plasma-Desktop-Funktionen in die eigene GUI integrieren will, sagte der Entwickler Thomas Cherryhomes.
Zum zweiten plane die Firma Pluto, die Automatinssoftware auf eingebettete Systeme zu portieren, sagte Cherryhomes weiter. Entsprechende Anfragen habe es von Herstellern gegeben, die Konsum-Geräte wie Hifi-Anlagen herstellen. Ziel sei, fertige Appliances für Medienkonsum anzubieten, die auch die oben beschriebenen Funktionen eines automatisierten Zuhauses übernehmen, so Cherryhomes. Den Quellcode könne dann auch das Linux-MCE-Projekt verwenden.



