Linus Torvalds hat den Kernel 4.4 veröffentlicht. Der bringt Grafiktreiber für den Raspberry Pi mit, erhält LTS-Support und unterstützt über Virtio-GPU und Mesa 3-D-Beschleunigung in virtuellen Maschinen.
Das Merge-Window für Kernel 4.5 ist offen, am Sonntag gab Linus Torvalds den Kernel 4.4 frei. Das Ubuntu-Projekt hat bereits Interesse für seine LTS-Distribution angemeldet, denn für den Kernel 4.4 garantiert der Kernelentwickler Greg Kroah-Hartman Langzeit-Support und will ihn nach Erscheinen zwei Jahre lang pflegen. Anschließend übernimmt eventuell das Ubuntu-Projekt die weitere Pflege.
Raspberry-Pi-Besitzer dürfen sich über erste Teile eines vollständig freien Treibers für den Grafikchip des Winzrechners freuen, an dem Entwickler Eric Anholt für Broadcom gearbeitet hat. Konkret unterstützt der Treiber die GPU VC4 für die erste und zweite Generation des Raspbi. Ein Wermutstropfen: Fertig wird der Treiber erst im Laufe des Jahres, noch fehlen die 3-D-Beschleunigung und die Energieverwaltung.
Anders sieht es mit Virtio-GPU aus: Die Software erlaubt es, in virtuellen Maschinen eine 3-D-Beschleunigung zu nutzen. Dazu reicht die Grafikbibliothek Mesa, die auf dem Gastsystem läuft, die Grafikbefehle von Anwendungen über Virtio-GPU an die Grafikkarte des Hostrechners weiter. Qemu 2.5 unterstützt die Möglichkeit bereits.
Ansonsten sind die Aufräumarbeiten am x86-Code vorangeschritten. Dieser ist jetzt in C geschrieben, nicht mehr in Assembler. Google Rack-Algorithmus soll mit Hilfe von Timestamps Paketverluste im TCP-Protokoll besser registrieren. Facebook hat hingegen den Support für Raid 5 verbessert und schützt Festplatten bei Stromausfällen optimaler gegen Datenverluste. Nicht zuletzt nutzen nun auch Userspace-Programme ohne Rootrechte den Berkley Packet Filter (BPF), der Filterprogramme in eine Art Kernel-VM betreibt.
Wie immer steht die fertige Version von Linux 4.4 auf Kernel.org bereit.





