Kritik an Kroah-Hartmans Treiber-Angebot

Mitglieder des OpenBSD-Projekts haben das Angebot des Linux-Kernel-Entwicklers Greg Kroah-Hartman an Hardware-Hersteller kritisiert, Linux-Treiber kostenlos zu entwickeln.

Kroah-Hartman hatte sich dabei bereit erklärt, Non Disclosure Agreements (NDA) zu unterzeichnen, zu deutsch: Vertraulichkeitserklärungen. “Jetzt haben diese Firmen eine tolle Entschuldigung, Ihre Specs unter NDA verschlossen zu halten” schimpft der Unix-Administrator Stephan Rickauer auf einer OpenBSD-Mailingliste, und schließt ironisch: “Gut gemacht, Greg.”

Der bei Novell beschäftigte Kroah-Hartman hatte sein Angebot auf der Kernel-Mailingliste veröffentlicht. Er meint dort, dass die so entstandenen Treiber trotz NDA unter die GPL gestellt werden könnten.

Genau hier setzt die Kritik der OpenBSD-Gemeinde an. Das freie Betriebssystem OpenBSD legt großen Wert darauf, nur freie Software zu verwenden. Greg Kroah-Hartman verteidigt sich gegen Rickauers Vorwürfe auf der Mailingliste, indem er auf die FAQ seines Angebots verweist. Er schreibt, dass die BSDs tun könnten, was sie wollten – sein Ziel sei es, GPL-Treiber für alles zu haben. Daher sehe er nicht ein, inwiefern sein Vorschlag schädlich sein könne.

Das beruhigt die Streithähne allerdings nicht. Der OpenBSD-Projektleiter Theo de Raadt stimmt lautstark in die Kritik ein: “Das ist eine verdammte Farce! Was Du versuchst, hätte zur Folge, dass Code-Maintainer künftig weniger Zugang zu Dokumenten haben, nur weil irgendjemand eine NDA unterschrieben hat, um den Code überhaupt schreiben zu können.” Er hält dieses Angebot an die Hersteller für einen großen Fehler, da eine Fehlerbehebung ohne zugehörige Dokumentation nicht möglich sei. Auf der Entwicklerkonferenz FOSDEM im Jahr 2005 erhielt Theo de Raadt den Free Software Award für seine Hartnäckigkeit gegenüber Hardware-Herstellern.

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